Zivi machte sich aus dem Staub

Amtsgericht Dortmund

DORTMUND Weil ihm sein Job nach drei Monaten nicht mehr passte, warf er seinem Chef die Brocken hin und kam nicht mehr zum Dienst. Was im „normalen“ Berufsleben problemlos funktioniert, hat einen 22-jährigen Mann aus Dorstfeld am Dienstag (10.11.) auf die Anklagebank des Amtsgericht gebracht.

von Von Martin von Braunschweig

, 10.11.2009, 17:54 Uhr / Lesedauer: 1 min

Er ziehe es vor, keine Angaben zur Sache zu machen, teilte er mit. Und auch der Verteidiger des Dorstfelders machte allenfalls vage Andeutungen. „Es hat Differenzen gegeben in dem Krankenhaus“, sagte der Anwalt. Möglicherweise hatte der junge Angeklagte aber auch einfach nur eine andere – wesentlich einträglichere – Einnahmequelle für sich entdeckt.

Die Polizei kennt ihn nach Angaben eines Ermittlers nämlich als Einbrecher, der seinen Lebensunterhalt vornehmlich mit Straftaten finanziere. Passenderweise wurden ihm in seinem gestrigen Prozess dann auch neben der „eigenmächtigen Abwesenheit vom Zivildienst“ lukrative Geschäfte mit geklauten Zigaretten zur Last gelegt.

Doch auch zu diesem Vorwurf wollte sich der Mann besser nicht weiter äußern. Den Richtern bleibt deshalb nichts anderes übrig, als zu versuchen, den Sachverhalt mit Hilfe von Zeugen aufzuklären.

  • Der Prozess wird voraussichtlich im neuen Jahr von vorne beginnen.
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