Ohne Sprit auf der A2: Autoinsassen entpuppen sich als kriminelle Bande

Autobahnkreuz Dortmund-Nordwest

Ein Routineeinsatz auf der A2 entpuppte sich für die Polizei als unerwartet günstige Gelegenheit. Denn in einem Auto ohne Sprit entdeckte man gleich eine komplette, fünfköpfige Bande.

Mengede

, 03.05.2021, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf der A2 im Bereich des Autobahnkreuzes Dortmund-Nordwest blieb am Samstag ein Auto liegen. Nur augenscheinlich war der Tank leer.

Auf der Autobahn A2 im Bereich des Autobahnkreuzes Dortmund-Nordwest blieb am Samstag ein Auto liegen. © Nils Heimann (Symbolbild,Archiv)

Wenn ein Auto auf der Autobahn liegen bleibt, steckt meist eine Panne dahinter. Oder ein leerer Tank. Das ist dann eine vermeidbare Verkehrsbehinderung. Sie kann mit einem Bußgeld von 30 bis 70 Euro bestraft werden.

Ein „Liegenbleiber“ auf dem Seitenstreifen ist also kein besonderer Einsatz für Beamte der Autobahnpolizei. „Normalerweise zumindest“, schreibt die Dortmunder Polizei in einer Pressemitteilung am Montag (3.5.). „Anders war es am Samstagvormittag (1. Mai).“ Denn an diesem Tag endete ein solcher Routine-Einsatz wenig später mit der vorläufigen Festnahme von fünf Männern.

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Gegen 10.30 Uhr war der „Liegenbleiber“ der Polizei gemeldet worden. Das Auto stand auf dem Seitenstreifen im Bereich des Autobahnkreuzes Dortmund-Nordwest. Dieses fanden die Beamten auch vor – besetzt mit drei Männern.

Zwei Männer auf dem Weg zur Tankstelle

Sie gaben an, der Tank des Fahrzeugs sei leer und zwei weitere Personen bereits auf dem Weg zu einer Tankstelle. Kurze Zeit später tauchten tatsächlich zwei weitere Männer auf und betankten den Wagen notdürftig, um die Fahrt dann fortzusetzen.

„Nun war nicht nur Kommissar Zufall an diesem Tag aktiv, sondern auch das Bauchgefühl ziviler Kollegen der Autobahnpolizei“, berichtet die Polizeipressestelle. Die Beamten der Zivilstreife entdeckten kurze Zeit später genau denselben Wagen an genau derselben Stelle wieder.

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Und noch viel mehr: Sie beobachteten, wie zwei der Männer erneut ausstiegen. Diesmal aber, um zwei große Müllsäcke aus einem an den Seitenstreifen angrenzenden Gebüsch zu holen und im Kofferraum zu verstauen. Weiter ging die Fahrt. Bis zur Tankstelle „Rhynern Süd“, wo die Männer an der Tanksäule hielten. Und direkt von den Beamten kontrolliert wurden.

Polizei ermittelt wegen weiterer Straftaten

Beim Blick in den Kofferraum fanden sich in den Müllsäcken vier elektronische Geräte, die offenbar aus landwirtschaftlichen Fahrzeugen stammen, sowie Werkzeug. Der Wert der Geräte liegt im fünfstelligen Euro-Bereich. Die Folge: Die fünf Männer (25, 29, 31, 37 und 38) durften den Weg ins Polizeigewahrsam in Hamm antreten.

Die Ermittlungen – auch zu möglichen Tatorten – dauern an. Die Männer erwartet nun ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Bandendiebstahls an/aus Kraftfahrzeugen.

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