Zollbeamte betreten bei einer Razzia das Bürogebäude der betroffenen Firma. © dpa
Nach Festnahmen

Zoll Dortmund bekommt pro Tag fast 5 Hinweise auf Schwarzarbeit

Zwei Männer sind festgenommen worden, weil sie nicht in Dortmund hätten arbeiten dürfen. Wie häufig kommt so etwas eigentlich vor? Der Dortmunder Zoll nennt lokale Fallzahlen.

Die „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ hat in Dortmund jede Menge zu tun. Gerade erst sind beispielsweise zwei ausländische Männer festgenommen worden, weil sie illegal in einem Innenstadt-Restaurant beschäftigt waren. Im Schnitt fallen solche Verdachtspunkte in jedem Monat mehrmals auf.

Auf Anfrage unserer Redaktion zieht der Zoll Bilanz. „Im Jahre 2020 sind am Standort Dortmund insgesamt 1762 Hinweise eingegangen“, teilt Sprecherin Andrea Münch mit. Das sind fast 5 pro Tag.

Diese Zahl umfasst allerdings Verdachtsmomente in Dortmund und im Kreis Unna. Wegen der Corona-Pandemie habe es „eine kleine durch Corona verursachte Unterbrechung“ gegeben. Die Zahl der überprüften Arbeitgeber sei insgesamt etwas geringer gewesen als im Vorjahr.

„In einem Großteil der Fälle erfolgt die Hinweisabgabe anonym“, so Münch: „Die Hinweisgeber möchten in aller Regel nicht mit dem dargestellten Sachverhalt in Verbindung gebracht werden.“ Grundsätzlich werde solchen Hinweisen aber immer nachgegangen.

Aus diesen Hinweisen sind rund 1200 tatsächliche Kontrollen entstanden. Dabei handele es sich nicht immer um Personenkontrollen, sondern auch etwa um Prüfungen von Geschäftsunterlagen, so Münch.

30 Verdachtsfälle des illegalen Aufenthaltes

Wie viele Menschen nach Ermittlungen des Zolls im vergangenen Jahr festgenommen worden sind, wird nicht vermerkt. „Aber es wurden im Jahre 2020 insgesamt 30 Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des illegalen Aufenthaltes eingeleitet“, sagt Münch. „In aller Regel führen diese Verfahren auch zu einer vorläufigen Festnahme der Beschuldigten.“

Die Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit haben im vergangenen Jahr in Dortmund und im Kreis Unna zu Freiheitsstrafen von insgesamt 195 Monaten geführt. Das sind etwas mehr als 16 Jahre.

Die Zoll-Sprecherin erklärt zu den Einsatzbereichen: „Die hauptsächlichen Branchen sind die besonders von Schwarzarbeit betroffenen Branchen.“ Vor allem auffällig seien die Bereiche Bauhaupt- und -nebengewerbe, Hotels und Gaststätten, Spedition und Logistik sowie Wach- und Sicherheitsgewerbe.

Im gesamten Zuständigkeitsbereich des Hauptzollamts Dortmund, der sich bis in Sauer- und Siegerland erstreckt, ist im vergangenen Jahr eine durch Schwarzarbeit verursachte Schadenssumme von mehr als 30,5 Millionen Euro festgestellt worden. Das ist trotz der geringeren Zahl an Kontrollen ein um 5 Prozent höherer Wert als im Vorjahr.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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