Reihernder Orang-Utan im Dortmunder Zoo verstört Besucher

mlzSeltsames Verhalten

Ein Orang-Utan, der sich im Dortmunder Zoo übergeben hat, um sein Futter noch einmal zu fressen, hat einen Besucher beunruhigt. War es ein neues Tier in der Gruppe? Das sagt der Zoodirektor.

Dortmund

, 29.09.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Orang-Utan im Dortmunder Zoo erbricht sein Fressen, und frisst es noch einmal. Und das gleich wiederholt. „Das ist doch nicht normal“, sagte sich ein Besucher, der die verstörende Szene am vergangenen Donnerstag (26.9.) beobachtet hatte. Er war besorgt.

Doch Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter kann ihn beruhigen. Das Phänomen nenne sich Regurgitation und sei bei Affen nicht unüblich. Insbesondere nach dem Verzehr süßlicher Speisen wollten die Tiere den Genuss ein zweites Mal erleben. Der Affe würgt das geschluckte Futter wieder hoch, kaut es erneut und schluckt es runter.

Aus menschlicher Sicht unappetitlich

Das mag aus menschlicher Sicht unappetitlich erscheinen. Doch bei Tieren, die ansonsten auf Blätternahrung angewiesen sind, ist süßes Obst ein Luxus, erläutert der Zoodirektor. So werde aus dem Obst, ähnlich wie bei einem Wiederkäuer, durch wiederholtes Zerkleinern „alles herausgeholt“.

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Gelegentlich, räumt Brandstätter ein, sei dieses Verhalten auch bei Nervosität oder Verlegenheit zu beobachten. So könnte beispielsweise ein Tier, das ganz neu zur Gruppe gestoßen ist, vor Aufregung regurgitieren. Oder die bereits vorhandenen Tiere, die der Neuankömmling seinerseits in Aufregung versetzt. Jedenfalls handele es sich dabei nicht um ein krankhaftes Verhalten, betont Dr. Brandstätter. Im Zoo Dortmund erhalten die Affen nur noch wenig Obst und seither sei das Phänomen nur noch selten zu beobachten.

Orang-Utan-Dame Mokko ist neu in Dortmund

Um welches Tier in der Orang-Utan-Gruppe es sich handelt, konnte der Zoobesucher nicht sagen. Aber es könnte eines sein, das gleich zwei Gründe hätte, sein Fressen wiederzukäuen: Orang-Utan Dame Mokko. Die 36 Jahre alte Primatin ist erst am 14. August aus der Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen nach Dortmund umgesiedelt worden – und sie liebt Obst, besonders gern Sternfrucht, berichtet Zoolotse Marcel Stawinoga auf der Facebook-Seite des Zoos.

Reihernder Orang-Utan im Dortmunder Zoo verstört Besucher

Orang-Utan Dame Mokko ist der Neuzugang im Dortmunder Zoo. © Frauke Wichmann

Mokko ist übrigens die sechs Jahre ältere Schwester von Walter, dem Chef der Dortmunder Orang-Utan-Sippe. Wie er kam sie im Frankfurter Zoo zur Welt. Walter hat sie dort allerdings nicht mehr kennengelernt; denn sie zog drei Monate vor seiner Geburt nach Hamburg zum Hagenbeck-Tierpark. Dort brachte sie vier Kinder zur Welt.

Ende 2012 zog Mokko dann auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms weiter in die Zoom-Erlebniswelt. Nach Dortmund kam sie, weil sie sich in Gelsenkirchen nicht besonders gut mit den anderen Orang-Utans verstanden hat. Sie war recht dominant, soll aber nicht streitsüchtig sein.

Mokko hat sich recht gut eingelebt

Marcel Stawinoga berichtet, dass sich Mokko in Dortmund recht gut eingelebt hat, auch wenn sie noch etwas zurückhaltend ist. Gern zieht sie sich in ihr Nest zurück, das sie sich im Baumhaus in ihrem Gehege eingerichtet hat. Oft sitzt sie dort auch in einer Tonne, die sie sich in das Baumhaus hochgezogen hat. Oder sie nimmt hoch oben über der Scheibe Platz, von wo aus sie die anderen Orang-Utans sowie die Tierpfleger und Besucher beobachtet.

Der Zoolotse: „Mokko versteht sich vor allem gut mit jüngeren Orang-Utans, mit denen sie viel spielt, rauft und groomt, also gegenseitiger Körperpflege nachgeht.“ Gegenüber den anderen erwachsenen Weibchen verhält sie sich eher distanziert, stibitzt ihnen aber auch schon mal Futter. In Dortmund soll Mokko künftig mit Suma und dem einarmigen Yenko zusammenleben.

Auch wenn es im Fall des sich erbrechenden Orang-Utans keinen Grund zur Beunruhigung gibt, wollen die Zoo-Mitarbeiter ein Auge darauf haben.

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