Zu teuer? Öffnung der Dortmunder Freibäder ist eine Frage des Geldes

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Seit gut einer Woche dürfen die Freibäder in NRW wieder öffnen. In Dortmund blieben die Tore aber noch zu. Und das wird wohl auch noch einige Zeit so bleiben. Das sind die Gründe.

Dortmund

, 31.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sommerlich warm soll es rund um Pfingsten in Dortmund werden. In den Freibädern werden die Dortmunder aber keine Abkühlung finden. Die Tore bleiben weiterhin geschlossen.

Nach den Vorgaben des Landes könnten Freibäder schon seit dem 20. Mai wieder öffnen, die Corona-Auflagen dazu hatte die Landesregierung wenige Tage vorher veröffentlicht. Und die stellen die Dortmunder Bad-Betreiber weiterhin vor einige Rätsel.

Konzept ist noch in Arbeit

Bei einem Treffen aller Bad-Betreiber bei den städtischen Sport- und Freizeitbetrieben zu Beginn der Woche wurde noch kein Fahrplan für die Bäder-Öffnung verabschiedet. Man arbeite mit den Betreibern noch an einem Konzept, erklärte die für den Freizeitbereich zuständige Dezernentin Birgit Zoerner am Dienstag, 26.5, nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands. Es gebe dabei noch viele offene Fragen.

Ein Beispiel: Die Vorgaben des Landes verlangen neben einer Begrenzung der Besucherzahl in den Bädern die Einhaltung der Abstandsregel von mindestens 1,50 Meter auch in den Becken. Man kenne ja das Leben in einem Freibad. „Das passt zu Kontaktverbot und Abstand halten nicht so richtig“, gab Birgit Zoerner zu bedenken.

Motto: Sorgfalt vor Schnelligkeit

Zu dem Hinweis, dass Schwimmbäder in anderen Städten bereits geöffnet sind sagte sie, dass man in Dortmund nach dem Motto Sorgfalt vor Schnelligkeit verfahre. Außerdem müsse erst klar geregelt sein, wer für die Einbußen der Freibäder durch deutlich weniger Besucher aufkomme. Vorher werde man nicht an den Start gehen.

Das macht deutlich, dass es für die Betreiber vor allem eine finanzielle Frage ist, ob sie die Bäder öffnen. „Letztlich ist es eine politische Entscheidung“, stellt Jörg Husemann als Geschäftsführer der Sportwelt Dortmund gGmbH fest. „Wir sind nur ein ausführendes Organ.“

Die Sportwelt Dortmund betreibt mit städtischen Zuschüssen mit dem Volksbad, Wellinghofen, Hardenberg und dem Froschloch vier von sieben Dortmunder Freibädern sowie die Hallenbäder in Hombruch, Lütgendortmund, Brackel und Mengede/Nette.

Einnahme-Ausfälle und Zusatzkosten

Husemann bezifferte allein die zu erwartenden Einnahme-Ausfälle für die Sportwelt angesichts der Besucherbegrenzung auf einen „mittleren sechsstelligen Betrag“, also mehrere hunderttausend Euro. Auf der anderen Seite stehen zusätzliche Kosten etwa für Personal, zusätzliche Hygienemaßnahmen oder auch technische Ausrüstung.

Dazu dürfte voraussichtlich ein Online-Reservierungssystem gehören, das noch installiert werden muss. Mit seiner Hilfe soll das Besucheraufkommen gesteuert und ein kontaktloses Bezahlen ermöglicht werden. Das heißt, dass jeder Badbesucher eine Online-Reservierung benötigt.

Gemeinsame Regelung für alle Bäder

Ziel ist, eine Regelung zu finden, die für alle Bäder gilt, hatte Sport- und Freizeit-Geschäftsführer Bernd Kruse nach dem Gespräch am Montag erklärt. Dazu gehören neben der Sportwelt Dortmund auch die Sport- und Freizeitbetriebe selbst, die für das Freibad Stockheide und das Solebad Wischlingen zuständig sind, der SV Derne mit dem Freibad Derne und dem Hallenbad „Die Welle“ in Scharnhorst sowie diverse Vereine als Hallenbad-Betreiber.

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Es ist gut möglich, dass der Rat am 18. Juni über einen finanziellen Ausgleich entscheiden muss. Dann könnte es mit einer Öffnung der Bäder bis zu den Sommerferien, die Ende Juni beginnen, vielleicht noch klappen.

Betreiber bereiten sich auf die Öffnung Bäder vor

Die Betreiber bereiten sich derweil schon auf eine Öffnung der Bäder vor und gehen dafür auch in finanzielle Vorleistung, wie Jörg Husemann betont.

Bis der Rat entscheidet, sind die Bäder fertig, erklärt der Sportwelt-Geschäftsführer. Und auch die Geschäftsführerin des SV Derne, Christiane Bartel, versichert: „Wir sind so gewappnet, dass wir jederzeit öffnen können.“

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