Zwei Kinderärztinnen übernehmen für Dr. Mangold im Stadtteil

mlzAn der Harkortstraße

Sie kennen sich schon Jahre und wissen, was sie aneinander haben: Sie sind befreundet und jetzt auch beruflich ein Team für ihre jungen Patienten: Dr. Ilka Streckert und Nina Stellmacher.

Hombruch

, 21.10.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sind beide Mitte, Ende 30, sie sind beide Medizinerinnen und miteinander befreundet: Nina Stellmacher (37) und Ilka Streckert (36).

Die beiden Frauen aus Witten sind Hombruchs neue Kinderärztinnen - und damit Nachfolgerinnen von Dr. Ralf Mangold, der jahrzehntelang die jungen Patienten im Stadtteil behandelt und kuriert hat.

Mangold hat sich in den Ruhestand verabschiedet - die beiden jungen Frauen starten an der Harkortstraße seit einigen Tagen durch.

Im Flur hängt das neue Schild an der Eingangstür zur Praxis, aber auch noch das Hinweisschild auf die Praxis des Vorgängers Dr. Mangold.

Im Flur hängt das neue Schild an der Eingangstür zur Praxis, aber auch noch das Hinweisschild auf die Praxis des Vorgängers Dr. Mangold. © Britta Linnhoff

„So nach und nach lernen wir unsere Patienten kennen“, sagt Ilka Streckert, „das ist schön“. Mit Kindern kennen sich die beiden übrigens nicht nur beruflich aus, denn beide Frauen haben selbst welche, Ilka Streckert vier: Karl und Henri, Zwillinge von 15 Monaten, die sechsjährige Lotta und den siebenjährigen Theo.

Zu Nina Stellmacher gehören der fünf Monate alte Moritz und der sechsjährige Mika. „Wenn wir Familien uns treffen, dann ist da immer jede Menge los“, sagen die beiden Frauen.

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Mit sechs Kindern (es gibt auch zwei Ehemänner) ist Vollzeit arbeiten kaum eine wirklich gute Alternative. Also teilen sich die beiden Frauen nun die Arbeit in der Praxis.

Aus einem Witz wurde eine richtig gute Idee

Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, als die Idee dafür geboren wurde. „Wir haben das so als Witz immer mal wieder gesagt, wir machen so was mal irgendwann zusammen“, erinnern sich die beiden Frauen.

Seit 2015 kennen sie sich. Im November 2018 dann sagt Ilka Streckert auf dem Sofa bei einem Latte Macchiato diesen Satz: „Ich finde eigentlich nicht, dass das ein Witz ist.“

Also machen sich die beiden Frauen, die sich bei der gemeinsamen Arbeit im Wittener Marienhospital kennen und schätzen lernten, auf die Suche nach geeigneten Praxisräumen - und werden in Hombruch fündig.

Der Stadtteil sei einen Katzensprung von Witten entfernt. Das ist ein Vorteil für den Spagat zwischen Familie und Beruf. Und Hombruch sei schön, finden die beiden Ärztinnen.

Nina Stellmacher: „Ich kannte den Stadtteil tatsächlich von früher schon. Hier hat mal meine beste Freundin gewohnt.“ Und Ilka Streckert ist längst überzeugt: „Ich mag Hombruch“, sagt sie.

Farbenfrohe Stühle und Vorhänge

95 Quadratmeter ist die Praxis groß, „eher klein“, wie Stellmacher und Streckert sagen. Sie haben ein bisschen ausgemistet hier nach der Übernahme, und wundern sich gerade, dass die 95 Quadratmeter „schneller wieder voll sind, als man denkt“.

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Im Wartezimmer finden sich eine Holzeisenbahn, Bagger und Bücher ein Roller und noch mehr Spielzeug. Die alten roten Stühle sind inzwischen fast alle in einem ansprechenden Weiß und Hellblau umlackiert. Das hat Mama Streckert übernommen.

Arzthelferin Christine Woller hat sich um neue, schöne gelbe Vorhänge für die Fenster im Wartezimmer gekümmert und sich an die Nähmaschine gesetzt.

Arzthelferinnen sind alle geblieben

Überhaupt: Fünf Arzthelferinnen gibt es in der Praxis. Sie alle sind geblieben als Dr. Mangold ging und Dr. Ilka Streckert und Nina Stellmacher kamen. „Darüber sind wir sehr glücklich“, betonen die beiden Ärztinnen.

Glücklich sind sie auch darüber, dass die Mitarbeiterinnen „bereitwillig alle Veränderungen in der Praxis mitgemacht haben“. So ein Praxisneustart bringe ja immer jede Menge Veränderungen mit sich.

Inzwischen kommen auch die besten Freundinnen mit ihren Kindern in die Praxis an die Hombrucher Harkortstraße. Aber auch wenn der fünf Monate alte Moritz heute mit Mama in der Praxis ist: Ihre eigenen sechs Kinder behandeln die beiden Frauen nicht selbst. Da sei im Fall des Falles ein wenig mehr Objektivität sicher ein guter medizinischer Ratgeber.

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