Alle dürfen kommen: Das gilt ab 22. Februar in den Kitas in NRW. © picture alliance/dpa
Corona-Pause

Zwei Monate ohne Kita: „Mein Sohn hat sich vom Wesen her verändert“

Zwei Monate nicht in die Kita – wie steckt ein Fünfjähriger das weg? Eine Mutter aus Dortmund schildert, wie sich ihr Sohn verändert hat. Und warum sie sich auf kommenden Montag freut.

Eigentlich wäre es das schöne letzte Kita-Jahr, auch für Julian. Im Sommer wird er eingeschult. Jetzt wäre er einer der Ältesten, bis im Sommer der feierliche Abschied ansteht.

Aber seit dem 11. Dezember ist Julian zu Hause. Seine Mutter Alica Schnell nahm sich den Appell des Landes NRW zu Herzen, Kinder möglichst daheim zu betreuen, wenn es denn irgendwie möglich sei.

Homeoffice, Homeschooling und ein Kita-Kind zu Hause

Auch wenn die 34-Jährige selbst genug zu tun hat im Homeoffice in Aplerbeck, obwohl sie auch noch einen 13-jährigen Sohn im Homeschooling hat – sie machte es möglich.

Umso glücklicher ist Alica Schnell, dass der Appell in dieser Woche endet, dass am Montag (22.2.) der fast normale Kita-Betrieb zurückkehrt: „Genau nächste Woche wollte ich Julian wieder zum Kindergarten bringen“, sagt sie. Weil es einfach so nicht mehr gegangen sei.

„Ich musste mich auf 1000 Dinge konzentrieren“

Wenn sie arbeite, mache sie „die Tür nicht komplett zu, denn er kommt ja zwischendurch reingelaufen und will dies oder das.“ Was ja auch kein Wunder sei bei einem Fünfjährigen.

Alica Schnell aus Dortmund freut sich, dass es keinen Appell an Eltern mehr gibt, ihre Kinder zu Hause zu lassen.
Alica Schnell aus Dortmund freut sich, dass es keinen Appell an Eltern mehr gibt, ihre Kinder zu Hause zu lassen. © Schnell © Schnell

Und bis ihr Mann am Nachmittag nach Hause komme, sei sie eben mit zwei Kindern und einem Job auf sich gestellt gewesen: „Ich musste mich auf 1000 Dinge gleichzeitig konzentrieren.“

Ohne die Kita fehlt im Alltag auch Struktur

Zwar ist die Betreuungszeit für alle Kinder um zehn Stunden gekürzt ab Montag: etwa von 45 auf 35 und von 35 auf 25 Stunden. Aber die Mädchen und Jungen dürfen wieder kommen. Und alleine das freut Alica Schnell.

Nicht nur, weil es ihr Stress nehme am Vormittag, sondern auch für ihren Jungen:

„Mein Sohn hat sich in der Zeit auch vom Wesen her verändert.“ Der sonst durch die Kita strukturierte Tagesablauf sei weg. In der Folge „geht er später ins Bett, steht später auf, ist ungeduldiger geworden, ist schneller gelangweilt, reagiert auf Vieles emotional.“

Viel ausgeglichener durch Kontakte in der Kita

Nicht nur die Struktur sei wichtig für Kinder in dem Alter. Es sei auch das Soziale, das weggebrochen sei, findet Schnell: „Durch den Besuch in der Kita, den Austausch mit den Kindern und den Erziehern war er viel ausgeglichener. Das ist für mich auch eine Folge des Lockdowns.“

Am Montag (22.2.) beginnt in NRW eine Phase des „eingeschränkten Regelbetriebs“. Die Kindertagesstätten sind grundsätzlich geöffnet. Es gibt keinen Appell mehr an die Eltern, ihre Kinder zu Hause zu lassen. Die zweite Einschränkung neben den reduzierten Betreuungszeiten: Alle bleiben in festen Gruppen. Offene Konzepte sollen nicht erlaubt sein.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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