Zwei Schüler halten die Stellung am Phoenix-Gymnasium

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Statt knapp 1000 Schülern sind es genau zwei, die derzeit das Phoenix-Gymnasium besuchen. Dass sie nicht wie alle anderen zuhause lernen, hängt mit ihrer besonderen Situation zusammen.

Hörde

, 01.04.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

So ruhig haben Frederik (11) und Celine (12) ihre Schule noch nie erlebt. Sie sind die letzten beiden Schüler des Hörder Phoenix-Gymnasiums, die noch zur Schule gehen. Alle Mitschüler sind seit der Schließung der Schulen am 16. März zuhause und werden dort über eine pädagogische Plattform mit Lernstoff und Aufgaben versorgt.

Celine und Frederik aber können nicht einfach zuhause bleiben. Ihre Eltern arbeiten in sogenannten „systemrelevanten Bereichen“ und sind an ihrem Arbeitsplatz unabkömmlich. Wo Homeoffice für Väter und Mütter nicht möglich ist, hat die Stadt Betreuungsmöglichkeiten an den Schule eingerichtet.

Das Phoenix-Gymnasium ist nicht ganz verwaist.

Das Phoenix-Gymnasium ist eigentlich verwaist - zwei Schüler gibt es hier aber doch. © Archiv

So genießen die beiden Schüler der 6. Klasse zurzeit einen sehr exklusiven Unterricht. „Sie werden wirklich super betreut“, sagt Schulleiterin Annette Tillmanns. Um diese Leistung in Anspruch zu nehmen, mussten die Eltern den Nachweis erbringen, dass sie in den entsprechenden Bereichen arbeiten. „In der ersten Woche galt das noch für beide Eltern, ab der zweiten musste das nur noch für ein Elternteil zutreffen.“

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Das Angebot gilt zudem nur für Schüler bis Ende der 6. Klasse. Offenbar war an dem Hörder Gymnasium der Bedarf nicht allzu groß. „Ich habe mich gewundert, wie wenige die Betreuung in Anspruch nehmen“, sagt Annette Tillmanns.

Die beiden Sechstklässler genießen ihr Exklusiv-Programm, zu dem neben den Schularbeiten auch Spiele und Sport gehören. „Wir lernen hier sehr gut“, sagt Celine, deren Mutter als Krankenschwester im Einsatz ist. „Zu zweit macht es mehr Spaß und man kann sich besser konzentrieren.“ Bei Fragen könnten sie sich immer direkt an ihre Betreuer wenden.

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Täglich sind jeweils eine Lehrerin oder ein Lehrer plus die Schulsozialarbeiterin für sie und Frederik aus der Parallelklasse da. Auch Frederiks Mutter arbeitet im Krankenhaus.

Frederik und Celine halten die Stellung.

Frederik und Celine halten die Stellung. © Tillmanns

Von 7.45 Uhr bis 12 oder 13 Uhr verbringen die Kinder ihre Zeit im Klassenraum, auf dem Schulhof oder auch in der Turnhalle. Mittels iPad erledigen Frederik und Celine die gleichen Aufgaben, wie alle anderen Schüler ihrer Klassen. Sie sitzen also quasi im realen und im virtuellen Klassenraum gleichzeitig.

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So ist sichergestellt, dass sie nach der Krise auf dem gleichen Lernstand sind wie ihre Mitschüler und die elektronischen Hilfsmittel gleichermaßen beherrschen.

Auch in den Osterferien werden Celine und Frederik zumindest eine Woche lang weiter an ihrer Schule betreut. Und freuen sich schon jetzt auf Zeiten, in denen auch ihre Mitschüler wieder in die Schule kommen.

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