Zweieinhalb Jahre Haft offen - Festnahme bei Einreise am Flughafen

Urteil vor zehn Jahren

Für 913 Tage haben Einsatzkräfte der Bundespolizei einen 35-jährigen Mann ins Dortmunder Gefängnis eingeliefert. Trotz Haftbefehls wollte er am Flughafen nach Deutschland einreisen.

Dortmund

, 19.06.2020, 11:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei der Passkontrolle ist ein Mann am Dortmunder Flughafen negativ aufgefallen.

Bei der Passkontrolle ist ein Mann am Dortmunder Flughafen negativ aufgefallen. © dpa

Hatte er seinen Haftbefehl vergessen oder dachte er, dass er schon damit durchkommt? Ein rumänischer Staatsangehöriger hat am Donnerstag (18.6.) versucht, mit einem Flug aus Iasi (Rumänien) kommend, am Dortmunder Flughafen einzureisen. Seine Reise endete im Gefängnis.

Fälschung, Betrug und Ausspähen von Daten

Bei der grenzpolizeilichen Überprüfung des 35-Jährigen stellte sich gegen 15.30 Uhr heraus, dass gegen ihn ein deutscher Haftbefehl vorlag. Wegen „gewerbs- und bandenmäßiger Fälschung von Zahlungskarten in Tateinheit mit gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrugs sowie dem Ausspähen von Daten und der Vorbereitung der Fälschung von Zahlungskarten“ war der Mann bereits im April 2010 in Darmstadt zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren verurteilt worden, teilt die Bundespolizei mit.

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Nach Verbüßung der halben Haftstrafe wurde ihm die Ausreise nach Rumänien gestattet. Bei seiner Einreise in Dortmund war dem 35-Jährigen offensichtlich nicht bewusst, dass er noch eine Restfreiheitsstrafe von 913 Tagen „offen“ hatte, so die Bundespolizei. Noch an der Passkontrollstelle klickten die Handschellen.

Der Tag endete für den Mann im Dortmunder Gefängnis. Ob die Möglichkeit einer erneuten Ausreise besteht, kann die Bundespolizei aktuell auf Nachfrage nicht einschätzen. „Das ist jetzt Sache der Justiz“, sagt Sprecher Volker Stall.

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