Zweiter Teil des Interviews

Sparkassen-Chef im Gespräch

DORTMUND Die Stadt Dortmund, ihre Bürger und Unternehmen können möglicherweise besser durch die Krise kommen als manch andere Stadt oder Region. Davon ist Uwe Samulewicz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Dortmund, überzeugt. Das und mehr rund um die Finanz-und Wirtschaftskrise verriet uns der 54-Jährige im Interview.

02.10.2009, 18:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Interview mit Sparkassen Chef Uwe Samulewicz.

Interview mit Sparkassen Chef Uwe Samulewicz.

Wir sprechen rechtzeitig mit unseren Kunden und überlegen gemeinsam, welche Maßnahmen zur Stabilisierung des Unternehmens einzuleiten sind. Im Übrigen glaube ich, dass Dortmund besser die Krise meistern wird als andere Regionen. 

Wir sind krisenerprobt. Wir haben schon einen Großteil des Strukturwandels gestemmt. Es gibt erfolgreiche Netzwerke hier. Wir haben hier sehr zukunftsträchtige, innovative Unternehmen – von Handel bis Handwerk. 

Wer heute glaubt, den Kampf schon gewonnen zu haben, der irrt. Zum Jubeln ist es zu früh. Der Aufschwung wird weltweit getragen von Konjunkturprogrammen, die viel Geld kosten. Auch in Dortmund sind einigen Unternehmen Aufträge im zweistelligen Prozentbereich weggebrochen. Es wird dauern, bis das kompensiert werden kann. Ich gehe davon aus, dass sich die konjunkturelle Entwicklung eher seitwärts bewegt. 2010 wird ein schwieriges Jahr, das zeigen wird, ob ein nachhaltiger Aufschwung vor uns liegt oder alles nur ein Strohfeuer ist. 

Zunächst gilt das novellierte Sparkassengesetz. Dort ist die Verwendung des Jahresüberschusses hinreichend beschrieben. Und dabei ist auch die künftige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Sparkasse zu berücksichtigen. Wahrscheinlich wird die Sparkasse Dortmund im kommenden Jahr auch an dieser Stelle ihre Leistungen nicht einschränken müssen. Damit sind ebenfalls Beiträge für gemeinnützige Zwecke, z. B. für Familie, Kultur, Umwelt oder Sport gemeint. Als Teil der Sparkassenorganisation, die als Hauptsponsor der Kulturhauptstadtjahr 2010 auftritt, werden wir nächstes Jahr diesen Etat sogar noch leicht erhöhen. 

Zur Klarstellung: Wir schließen keine Geschäftsstellen, wir legen sie zusammen. Das ist ein großer Unterschied. Denn es wird kein Mitarbeiter entlassen. Alle Kunden behalten ihre bisherigen, vertrauten Ansprechpartner. Und wir investieren noch viel Geld in den Ausbau von Service und Technik. Uns musste dabei auch klar sein, dass nicht alle „hurra“ rufen.>> Zurück zum ersten Teil des Interviews

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