Zwischen Maschinen und Schweiß - Warum Christoph (20) Mechatroniker werden will

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Der Beruf des Mechatronikers wird meistens immer nur mit dem Schrauben an Maschinen verbunden. Allerdings steckt in der Ausbildung viel mehr, als man auf den ersten Blick denkt.

von Marc Hoffmann

Dortmund

, 06.08.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Maschinen und Elektronik überall und schweißtreibende Arbeit. Das steht bei Christoph Meyring auf der Tagesordnung. Der 20-Jährige aus Dorsten hat eine Ausbildung zum Mechatroniker bei Thyssen Krupp Steel Dortmund absolviert. Seit wenigen Wochen ist er ausgelernt und wurde übernommen. „Meine ersten Eindrücke hatte ich schon vor fünf Jahren gesammelt.

Damals noch über ein Schülerpraktikum“, erzählt er, während er mit seinen Sicherheitsschuhen an einem Sicherungskasten vorbei stapft. Im Laufe des Praktikums entdeckte Christoph schnell seine Begeisterung für Technik und das Arbeiten mit Maschinen. Besonders die Mischung aus Industriemechanik, Elektronik und Informatik hat ihn schlussendlich davon überzeugt sich für den Ausbildungsberuf zu entscheiden. „Ich wollte mich nicht wirklich auf etwas spezialisieren. Als Mechatroniker kann ich viele Bereiche kennen lernen. Das war genau das, was ich gesucht habe“, meint Christoph.

Sein Plan war es immer zusätzlich zu der Ausbildung noch zu studieren. Allerdings kam er in seiner Schullaufbahn am Gymnasium nicht über die Fachhochschulreife hinaus. „Für die Ausbildung reichte es damals. Für einen Studienplatz für Maschinenbau leider nicht. Da ich aber nun fertig bin, habe ich automatisch das Fachabi und damit noch die Möglichkeit theoretischen Input zu meiner praktischen Erfahrung zu sammeln.“

Fakten zum Beruf und der Ausbildung:

Der Beruf des Mechatronikers ist unter den zwanzig beliebtesten Ausbildungsberufen in Deutschland. Besonders das breite Aufgabengebiet, von dem Warten und Prüfen von Maschinen, über die Montage von neuer Technik, bis hin zu der Entwicklung und Installation neuer Software, weckt bei Technik-Begeisterten das Interesse.

Oft kommt es zur Verwechslung mit dem Beruf des KFZ-Mechatronikers, jedoch liegt der Fokus des Mechatronikers weniger bei Fahrzeugen, sondern eher in der Industrie. Anlagentechnik, Systemtechnik und Steuerungstechnik stehen dort unter anderem im Vordergrund. Grob gesagt alles, was in der heutigen Zeit in der Industrie gebraucht wird.

In der dreieinhalb jährigen dualen Ausbildung wird vor allem Wert auf technisches Verständnis, Geschicklichkeit und Sorgfalt gelegt. Außerdem müssen Mechatroniker in der Lage sein regelmäßig Theorie und Praxis sinnvoll zu verknüpfen. Die Arbeit mit Maschinen und Elektronik erfordert viel Präzision und Vorsicht. Darüber hinaus sind Kenntnisse in den Naturwissenschaften, wie Mathematik und Physik aber auch Informatik entscheidend in diesem Berufsfeld. In NRW haben sich letztes Jahr über 1300 Suchende bei über 1700 freien Stellen auf eine Ausbildung im Berufsfeld des Mechatronikers beworben. Als ein zukunftsorientierter Beruf, im Hinblick auf Entwicklung und Instandhaltung neuer Technologien und Maschinen, liegt die Übernahmechance in der Branche bei 52 Prozent. Das Anfangsgehalt in der Ausbildung variiert je nach Betrieb zwischen 370 € und 930 € brutto im Monat und kann sich bis zum letzten Lehrjahr auf 460 € bis 1160€ brutto im Monat steigern. Ausgelernt kommt es zu Gehältern zwischen 2000 € und 3000 € brutto im Monat.

Zwischen Maschinen und Schweiß - Warum Christoph (20) Mechatroniker werden will

Sicherungskästen sind für Christoph keine Seltenheit mehr. © Marc Hoffmann

Das sagt Christoph über seine Berufswahl:

Was gefällt dir an dem Beruf besonders gut?

Christoph: Der Beruf des Mechatronikers ist eine Mischung aus vielem, da ist man sehr flexibel. Ich werde vor viele Herausforderungen gestellt und das gefällt mir besonders gut. Ich bin ein großer Fan von Systemprogrammierung und das kommt dort gut zur Geltung, wenn man beispielsweise Ampelschaltungen programmiert. Die Bezahlung in der Industrie-Branche ist auch alles andere als schlecht. Ich habe dabei immer das Gefühl, dass ich auch wirklich arbeite und etwas schaffe in meinem Beruf.

Was gefällt dir an dem Beruf nicht?

Christoph: Es ist keine typische Büroarbeit. Ich arbeite viel mit Öl und Schmierfetten. Da wäscht man sich nicht nur einmal die Hände bei. Vor allem im Sommer bei so 30 Grad ist das nicht so wunderbar, weil es sehr anstrengend werden kann und man in der Arbeitskleidung ziemlich eingeht. Du hast nicht den typisch geregelten Arbeitsrhythmus wie jeder andere, wenn man Schichtdienst hat. Morgens um halb sechs schon da zu sein, heißt auch man kann nicht bis tief in die Nacht feiern gehen zum Beispiel wie viele Freunde.

Wo hättest du in der Schule besser aufpassen sollen?

Christoph: Physik. Auf jeden Fall Physik. Ich hatte es in der Schule so früh wie möglich abgewählt, da sich damals das Interesse in Grenzen hielt. In einem technischen Beruf wie in meinem ist das natürlich wichtig, aber mittlerweile blicke ich da mehr durch. Mathematik natürlich auch. Wer mit Maschinen zu tun hat kommt um Mathematik nicht herum, auch wenn man den Matheunterricht in der Schule immer als Qual gesehen hat.

Infos zu Ausbildungsplätzen:

Für den Ausbildungsberuf Mechatroniker (Industrie) sind aktuell leider bei der Dortmunder Arbeitsagentur keine offenen Ausbildungsstellen gemeldet, allerdings sucht das Unternehmen KHS bereits für das Jahr 2020 Auszubildende:

KHS GmbH, Ansprechpartner: Frau Gutt-Ackermann, Juchostr. 20, 44143 Dortmund. Bewerbungen sind nur online möglich unter www.khs.com/karriere/.

Unter den folgenden Adressen aubi-plus.de, ausbildung.de, ausbildungsstellen.de sind Betriebe zu finden, die Ausbildungsplätze für Mechatroniker vergeben. Weitere Infos zu Ausbildungsplätzen in Dortmund gibt es auf der Jobbörse der Agentur für Arbeit unter www.jobboerse.arbeitsagentur.de sowie vor Ort im Dortmunder Jugendberufshaus, Steinstraße 39, www.jugendberufhshaus-dortmund.de.

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