Coronavirus

Beim „Stresstest“ des neuen Impfzentrums hat alles funktioniert

Rund 60 Freiwillige testeten am Sonntag (20.12.) die Abläufe im fertiggestellten „Impfzentrum für den Kreis Borken“ auf dem Gelände des Interkommunalen Bauhofs an der Ortsgrenze Velen/Gescher.
Vor dem neuen Impfzentrum (v.l.): Landrat Dr. Kai Zwicker, Hanjo Groetschel (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Kreis Borken), Dr. Volker Schrage (2. Vorsitzender KVWL), Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster, Kreisordnungsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow und Dr. Amin Osman (Leiter KVWL-Bezirksstelle) © Kreis Borken

Landrat Dr. Kai Zwicker und Dr. Amin Osman, Leiter der Bezirksstelle Borken der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), als Verantwortliche zeigten sich am Sonntagmittag gleichermaßen erleichtert wie zufrieden: „Bei unserem Stresstest mit rund 60 Freiwilligen hat alles funktioniert!“

Nachschärfungen von einzelnen Abläufen

Gleichzeitig habe das Organisationsteam des Zentrums noch Erkenntnisse für die Nachschärfungen von einzelnen Abläufen gewinnen können. „Wir sind damit startklar für die anstehenden Impfungen“, erklärte der Landrat im Beisein von Dr. Volker Schrage. Der wiederum ist 2. Vorsitzender der KVWL, die gemeinsam mit dem Kreis Borken das Zentrum betreibt.

„Die KVWL stellt die Ärzte und das medizinische Personal für die Zentren“, erläuterte Dr. Schrage und verwies darauf, dass sich bereits landesweit mehr als 10.000 Menschen für diese Aufgaben gemeldet hätten.

Zunächst werden aber mobile Impfteams tätig

In einer ersten Phase sollen nach der Impfstrategie des Bundes zunächst mobile Impfteams insbesondere in den Alten- und Pflegeheimen tätig werden. Erst zu einem späteren Zeitpunkt werden dann im Zentrum selbst Impfungen durchgeführt. Daher sind derzeit auch noch keine Anmeldungen möglich.

Rund 60 Personen – darunter waren viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die sich dafür gemeldet hatten – wurden im Rahmen des rund zweieinhalbstündigen Testlaufs durch das am Mittwoch fertiggestellte Impfzentrum geschleust. Durchlaufen mussten sie die Abschnitte:

  • Anfahrt und Parkplatzeinweisung
  • Zugangskontrolle und Registrierung mit Klärung Impfberechtigung, Termin und Infektionsanzeichen
  • Impfbereich mit Aufklärung und simulierter Impfung
  • Nachbeobachtungsbereich (ähnlich wie bei Blutspende-Terminen), getestet wurden auch das Hygienekonzept und die Barrierefreiheit der Einrichtung.

Die Übungsbeteiligten übernahmen verschiedene Rollen und Aufgaben, um das Szenario zu einem echten Stresstest für das Personal werden zu lassen. Beispielsweise gab es „Impflinge“ mit unterschiedlichen Handicaps und fehlenden Papieren oder Terminen.

Zufrieden zeigten sich auch Andreas Brinkhues vom Kreis Borken als organisatorischer Leiter des Impfzentrums und die beiden ärztlichen Leiter Jens Eisenack und Dr. Guido Euting. Landrat Dr. Zwicker dankte allen Beteiligten, vor allem den beim Aufbau und Betrieb des Impfzentrums tätigen Mitgliedern der Hilfsorganisationen ASB, DLRG, DRK, JUH, MHD und THW. Auch die Feuerwehren und die Bundeswehr sind in die Aktivitäten eingebunden.

Interkommunale Bauhof des Kreises Borken und der Stadt Gescher

Standort des Zentrums ist der Interkommunale Bauhof des Kreises Borken und der Stadt Gescher an der Ortsgrenze Velen/Gescher. Er liegt zentral im Kreisgebiet und ist verkehrsgünstig über die A 31 und die B 525 zu erreichen. In Kürze werden im weiten Umraum aufgestellte Schilder auf das Impfzentrum hinweisen.

Neben dem Bauhofgelände ist ein großer Parkplatz (für 300 Fahrzeuge) entstanden, sodass künftig ausreichend Parkflächen zur Verfügung stehen werden. TaxiBus-Linien zur Anbindung an den ÖPNV sind vorgesehen.

Vorbereitet sind fünf „Impfstraßen“ plus eine „Reservestrecke“. Unter „Volllast“ – also bei einer vorgesehenen Öffnungszeit täglich von 8 bis 20 Uhr und bei entsprechend vorhandenen Impfstoffmengen – können dort täglich rund 1.500 Personen geimpft werden.

Durch bauliche und organisatorische Maßnahmen wird im Impfzentrum sichergestellt, dass die AHA+L-Regeln eingehalten werden. Grundlage dafür ist ein eigenes Hygienekonzept.

Betrieb erfolgt in mehreren Phasen

Der Betrieb des Impfzentrums wird in mehreren Phasen und mit mehreren unterschiedlichen Schwerpunkten erfolgen. So steht der Impfstoff gegen das Coronavirus in der ersten Zeit nur in begrenzter Menge zur Verfügung. Deswegen können nicht alle, die sich impfen lassen möchten, dies auch direkt tun.

Das Tätigwerden des Impfzentrums ist an die Impfstrategie des Bundes und an die Vorgaben des Landes NRW gebunden. Danach sind besondere Personengruppen vorrangig zu impfen – durch mobile Impfteams insbesondere in Alten- und Pflegeheimen. Vor diesem Hintergrund können sich derzeit auch noch nicht Privatpersonen für Impftermine im Impfzentrum anmelden.

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