Die Impfkabinen im Hintergrund sind noch leer: Landrat Bodo Klimpel (r.) und die Medizinischen Leiter Dr. Hermann Geldmann (M.) und Dr. Jörg Ellerbrock (l.) stellten das fertige Impfzentrum vor. © Julia Dziatko
Coronavirus

Der lange Weg durch das Impfzentrum für den Kreis Recklinghausen

Der Kreis Recklinghausen ist mit seinem Impfzentrum auf dem Konrad-Adenauer-Platz termingerecht fertig geworden. Jetzt fehlt nur noch der Stoff, der das Ende der Pandemie ermöglichen soll.

Wer sich im neuen Impfzentrum des Kreises Recklinghausen gegen Corona impfen lassen möchte, muss sich nicht nur vorher einen Termin besorgt haben, sondern sollte auch wenigstens eine Stunde Zeit mitbringen. Denn in der 1900 Quadratmeter großen Leichtbauhalle, die auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen errichtet worden ist, sind nach einem fest reglementierten Ablauf mehrere Stationen zu durchlaufen.

Mehrere Stationen sind zu durchlaufen

Dazu gehören die Fieberkontrolle, die Anmeldung, das Aufklärungsgespräch durch einen Mediziner und die Impfung selbst. Und wenn der Stoff schließlich verabreicht worden ist, werden die Impflinge für weitere 30 Minuten auf die Sanitätsstation gebeten.

„Bei eventuell auftretenden Komplikationen können die Ärzte dann sofort behilflich sein“, sagt Dr. Hermann Geldmann, der das Impfzentrum im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe medizinisch leiten wird.

2000 Bürger können pro Tag geimpft werden

Das Impfzentrum für den Kreis Recklinghausen ist termingerecht fertiggestellt worden. Nur die Kühlschränke müssen am Mittwoch (16.12.) noch aufgestellt werden. „Das einzige, was jetzt noch fehlt, ist der Impfstoff“, sagt Landrat Bodo Klimpel. Er rechnet damit, dass die Impfungen im Januar beginnen.

Das Impfzentrum des Kreises auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen steht. Dieses Jahr wird hier voraussichtlich aber niemand mehr geimpft.
Das Impfzentrum des Kreises auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen steht. Dieses Jahr wird hier voraussichtlich aber niemand mehr geimpft. © Julia Dziatko (A) © Julia Dziatko (A)

In einem ersten Schritt werden im Kreis Recklinghausen allerdings mobile Teams ausschwärmen, um die sogenannten „vulnerablen“ Gruppen zu impfen – und zwar vor allem in den eigenen Wohnungen oder in den Alten- und Pflegeheimen. Das Impfzentrum selbst wird vermutlich erst deutlich später an den Start gehen.

Dann allerdings wird es an sieben Tagen in der Woche jeweils zwölf Stunden geöffnet sein. Bis zu 2000 Menschen können täglich geimpft werden. „Wir gehen davon aus, dass die Bürger im Kreis Recklinghausen so vernünftig sind, sich auch tatsächlich impfen zu lassen“, appelliert Landrat Klimpel. Denn das sei schließlich die große Chance, die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Bei einem Rundgang durch das Impfzentrum bekommt der Besucher einen Einblick von der Dimension dieser Herausforderung. Zig PC-Arbeitsplätze warten auf Mitarbeiter, die die Daten der Impflinge aufnehmen und alles dokumentieren. Die Besucher werden anschließend durch ein weiträumiges Einbahnstraßen-System geschleust. 18 Kabinen, in denen die Aufklärungsgespräche mit dem Arzt geführt werden, stehen noch ebenso leer wie die elf Impfkabinen. Barrierefreiheit ist garantiert.

Automatische Desinfizierung an jedem Abend

Ein ausgeklügeltes Hygienekonzept soll verhindern, dass Besucher gesundheitlichen Risiken ausgesetzt werden. So soll an jedem Abend über das Belüftungssystem die gesamte Anlage automatisch desinfiziert werden, wie Christian Kappenhagen, in der Kreisverwaltung zuständig für Immobilienangelegenheiten, erläutert.

Das gelte nicht nur für die Raumluft, sondern auch für alle Einrichtungsgegenstände. Das Zentrum, so heißt es, werde täglich mit Impfstoff beliefert, der dann an Ort und Stelle aufbereitet wird.

Mehr als eine Million Euro an Investitionskosten

Die Investitionskosten für das Impfzentrum belaufen sich auf mehr als eine Million Euro – Personal nicht mit eingerechnet. Der Kreis setzt nach Worten von Landrat Bodo Klimpel darauf, dass das Land diese Kosten übernimmt. Den Impfstoff selbst bezahlt der Bund.

Das Impfzentrum des Kreises auf dem Konrad-Adenauer-Platz – zwischen Rathaus und Kreishaus gelegen – ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Pkw günstig zu erreichen. Das Gelände ist mit einem Zaun gesichert und wird jetzt schon Tag und Nacht bewacht. „Wir wollen vor unliebsamen Überraschungen sicher sein“, sagt Klimpel.

Zutritt zum Impfzentrum erhalten Bürger nur mit einem Termin. Wenn die Impfungen im nächsten Jahr tatsächlich beginnen, können Interessierte sich einen Termin entweder online oder über die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung (116 117) reservieren lassen.

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Redakteur Regionales
Geboren 1960 in Haltern am See, aufgewachsen in Marl und jetzt wohnhaft in Dorsten: Ein Mensch, der tief verwurzelt ist im Kreis Recklinghausen und dort auch seit mehreren Jahrzehnten seine journalistische Heimat gefunden hat. Schwerpunkte sind die Kommunal- und Regionalpolitik sowie Wirtschafts- und Verbraucherthemen.
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