Erneut sind Schafe im Wolfsgebiet Schermbeck attackiert worden. © privat
Wolfsgebiet Schermbeck

Erneut zwei Schafe gerissen – Politiker fordern Wolfs-Entnahme

Zwei Schafe sind im Wolfsgebiet Schermbeck gerissen worden. Mittlerweile wird die Entnahme der Wölfin sogar von kommunalen Politikern aus einem Ort gefordert, wo es noch keinen Riss gab.

Zwei Kamerun-Schafe wurden vermutlich in der Nacht zum 29. Januar in Dinslaken in direkter Nähe zu einem Wohngebäude attackiert. Bei einem fehlten laut Protokoll der AG Wolf des Gahlener Bürgerforums rund 15 Kilo Fleisch. Das zweite Schaf, das in Kehle und Flanke gebissen wurde, verendete am 30. Januar gegen 14.30 Uhr.

Geschützt waren die Schafe laut Protokoll durch zwei Zäune im Abstand von 30-40 Zentimetern. Außen 1,30 Meter hoch mit Strom, innen 80 Zentimeter hoch ohne Strom. Untergrabungen seien nicht festgestellt worden.

Voerder Politiker schreiben Umweltministerin an

Für die Fraktionen von CDU und FDP in Voerde, wo es bislang keine Wolfsrisse gab, steht fest, dass die Wölfin Gloria entnommen werden muss. In einem Brief an die Umweltministerin Ursula Heinen-Esser schreiben Ingo Hülser und Bernd Benninghoff, das die 13 Kilometer lange Deichanlage, die durch Schafsbeweidung unterhalten wird, nicht wolfsabweisend eingezäunt werden könne.

„Wir wollen nicht, dass unsere offene Naturlandschaft in Voerde – wie beispielsweise die Mommbach-Niederung – durch meterhohe Zäune zerschnitten wird, die am Ende aber auch nicht vor Wölfen schützen“, so die Unterzeichner. Deshalb müsse das Wolfsrudel „eingefangen und ausgewildert, oder entnommen (getötet) werden“.

Kreis Wesel bietet Hilfe beim Herdenschutz an

Der Kreis Wesel hingegen bietet Weidetierhaltern hingegen an, sie beim Herdenschutz zu unterstützen. „Uns ist bewusst, dass die Schutzmaßnahmen einen hohen zusätzlichen, persönlichen Arbeitsaufwand gerade bei kleineren Tierhaltungen bedeuten. Niemand kann dazu gezwungen werden, notwendige Herdenschutzmaßnahmen durchzuführen. Aber wir werben dringend dafür, dass die Weidetierhaltenden den Aufforderungen nachkommen und den erforderlichen Herdenschutz umsetzen. Dabei sind wir gerne behilflich.“ erklärt Klaus Horstmann, Fachdienstleiter Naturschutz, Landwirtschaft, Jagd, Fischerei des Kreises Wesel.

Gleichwohl auch beim Kreis gesehen, dass die Weidetierhalter mit den Kosten für Unterhaltung von wolfsabweisenden Zäunen sowie die Versorgung und Betreuung von Herdenschutzhunden bislang alleine gelassen werden. „Hierfür brauchen wir einen langen Atem. Aber den haben wir und bleiben auch an diesem Thema hartnäckig dran, um mit dem Land NRW eine tragfähige Lösung zu finden“, so Horstmann

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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