Das Impfen in den Pflegeheimen geht weiter. © dpa
Coronavirus

Fernab der Diskussionen: Impfen im Kreis RE geht still und leise weiter

Über AstraZeneca wird gestritten, über Impfstoff-Mengen, es gab Telefonchaos bei der Terminvergabe, Impfzentren öffnen später: Es war zuletzt laut ums Impfen. Leise geht es aber weiter.

Am 8. Februar beginnt das Impfen im Impfzentrum des Kreises Recklinghausen. Bis Monatsende sollen 7180 weitere Impfungen verabreicht sein. Dann soll auch der Ärger um die Impftermin-Vergabe verraucht sein.

Das Zentrum auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen nimmt am 8. Februar – wie alle anderen Einrichtungen in NRW – seine Arbeit auf. Pro Woche im Februar sind dem Kreis 2395 Impfdosen des Herstellers Biontech/Pfizer zugesagt worden; insgesamt also 7185. „Exakt so viele Termine werden für den Februar auch vergeben“, sagt Kreis-Sprecherin Svenja Küchmeister.

Insgesamt wurden im Kreis 42.000 Personen, die wegen ihres Alters (80+) zur Gruppe mit der höchsten Priorität gehören, angeschrieben und zur Impfung eingeladen. 615.000 Einwohner hat der Kreis. Das sind also 6,8 Prozent. Geimpft wurden bisher laut KVWL 9820 Personen zum ersten mal, davon nun auch schon 2134 Personen zum zweiten Mal. Zweitimpfungen sollen etwa drei Wochen nach der Erstimpfung terminiert werden und schließen die Immunisierung gegen Sars-CoV-2 ab.

Donnerstag und Freitag lag das Impftempo bei täglich über 400 Impfungen, Anfang der Woche allerdings nur um die 80 Impfungen. Sie wurden in Pflegeheimen und Seniorenzentren von Hausärzten verabreicht. Das Impfzentrum könnte ab Februar täglich 2000 Menschen impfen – wenn es ausreichend Impfserum gäbe.

Seit Ende Dezember wurden 12.000 Spritzen verabreicht. Bei einem solchen Impftempo in den kommenden Monaten wären in zehn Monaten 120.000 Impfungen möglich. Man sieht: Dieses Tempo würde bei weitem nicht ausreichen. Erst, wenn das Impfzentrum und später auch die Hausärzte in ihren Praxen mit einsteigen, wäre eine Immunisierung von um die 60 Prozent der Menschen bis zum Spätherbst / Winter 2021 zu erreichen. Dann wäre eine neue Corona-Welle so gut wie sicher zu vermeiden.

Es gab Menschen über 80 Jahren, die in dieser Woche jeden Tag im Stundentakt vergeblich versuchten, die Impfhotline zu erreichen. Andere versuchten, trotz des überlasteten Servers online irgendwie einen Termin zu buchen. Auch das scheiterte oft an der Technik.

Doch es gibt nicht nur Unzufriedenheit und Beschwerden im Zusammenhang mit der Terminvergabe am Ende der ersten Woche: Leserin Margret Paweska (81) aus Recklinghausen wandte sich mit folgenden Worten an die Redaktion: „Ich habe telefonisch problemlos einen Impftermin für mich, meinen Mann, meine Schwester und meinen Schwager bekommen. Ich bin sehr zufrieden. Es ist nicht alles negativ. Das finde ich wichtig, dass das auch mal gesagt wird.“

So melden Sie sich zur Impfung an

Eine Impfung ist nach wie vor nur mit Termin möglich. Impftermine für alle Bürger ab 80 Jahre gibt es online unter www.116117.de oder telefonisch unter 0800 / 116 117 02. Es sollte immer direkt ein weiterer Termin für die zweite Schutzimpfung vereinbart werden. Geht das schief, so wie in der ersten Woche in vielen Fällen geschehen, kann man ihn auch im Impfzentrum absprechen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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