Prozess

Junge (2) an Würstchen erstickt – jetzt äußert sich Herta

Wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung steht der in Herten ansässige Wurstkonzern Herta in Frankreich vor Gericht. Jetzt äußert sich das Unternehmen zu den Vorwürfen.
In einem Kühlregal werden Knacki-Würstchen von Herta angeboten. Das französische Wort „volaille“ bedeutet Geflügel. © DPA/DOMINIQUE ANDRE

Nach dem Prozessauftakt am Montag in Frankreich hat sich jetzt auch die in Herten ansässige Herta GmbH geäußert. Das Unternehmen legt dabei Wert auf die Feststellung, dass der Fall Herta in Frankreich betreffe.

Stellungnahme des Unternehmens

In der Stellungnahme heißt es: „Die Tragödie, welche die französische Familie Lerbey im Sommer 2014 in Frankreich ereilt hatte, hat Herta sehr betroffen gemacht. An dieser Stelle möchten wir zunächst unser aufrichtiges Beileid ausdrücken.

Bereits zum Zeitpunkt der Tragödie hatten wir einen Hinweis auf der Verpackung der Knacki-Würstchen und empfohlen, die Würstchen für die Jüngsten in sehr kleine Stücke zu schneiden. Diese Empfehlung haben wir, ohne dass es eine rechtliche Verpflichtung gegeben hätte, im Sinne des konsequenten Verbraucherschutzes umgesetzt.“

Hinweis auf der Packung geändert

Nach dem Tod des zweijährigen Lilian habe Herta Frankreich umgehend Kontakt zu der Familie Lerbey aufgenommen. Auf Wunsch der Familie habe man den Hinweis auf der Packung wie folgt abgeändert: „Für Kinder unter vier Jahren wegen Verschluckungsgefahr die Würstchen der Länge nach durchschneiden und anschließend in kleine Stücke schneiden.“

Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit seien „unbedingte Bausteine unserer Qualitätsphilosophie“, betont Herta. „Deshalb war es für uns selbstverständlich, den Hinweis zur Verzehrempfehlung gemeinsam mit der betroffenen Familie weiter zu optimieren.“

Entgegenkommen reicht Familie nicht aus

Allerdings: Das Entgegenkommen von Herta reicht der Familie Lerbey nicht aus. Die Eltern des erstickten Kindes wollen, dass sich das Geschehene nicht wiederholt. Sie fordern, dass der Warnhinweis nicht auf der Rückseite, sondern größer und deutlicher auf der Vorderseite der Packungen platziert werden soll.

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