Coronavirus

Kontaktnachverfolgung geändert: „Politikversagen in Reinform“

Mit Kritik reagieren die Linken auf die Einstellung der telefonischen Kontaktnachverfolgung im Kreis Wesel. Die Verantwortung auf Bürger zu übertragen, sei „Politikversagen in Reinform“.
Erfahren Corona-Infizierte etwa über die Corona-App von ihrem positiven Testergebnis, sind sie im Kreis Wesel nun in Sachen Kontaktnachverfolgung in der Bringschuld. © picture alliance/dpa

Der Kreis Wesel hatte in der vergangenen Woche die telefonische Kontaktnachverfolgung Corona-infizierter Personen durch das Gesundheitsamt eingestellt. Ab sofort müssen positiv Getestete ihre Kontakte verpflichtend per Online-Formular beim Amt einreichen. „Die Verantwortung für die erfolgreiche Umsetzung der Maßnahme liegt trotzdem beim Chef der Kreisverwaltung“, so die Linken.

„Kapitulation“ des Gesundheitssektors

Für den Vorsitzenden der Fraktion im Kreistag Wesel, Sascha H. Wagner, steht fest, „dass nicht zuletzt die politisch motivierten Personaleinsparungen der vergangenen Jahre dazu geführt haben, dass der öffentliche Gesundheitssektor bereits jetzt im Dezember bei der Kontaktnachverfolgung kapitulieren muss. Wenn sich der Kreisverwaltungschef in dieser Konsequenz einen schmalen Fuß macht und die Verantwortung zur Unterbrechung der Infektionsketten auf die Menschen überträgt, ist das ein Politikversagen in Reinform!“

Können überhaupt alle Bürger ihrer Pflicht nachkommen? Wagner sagt, man könne nicht davon ausgehen, dass alle mit der Eingabe in das Formular zurechtkämen. Für telefonische Hilfestellungen müssten weiterhin Mitarbeiter des Kreises erreichbar sein, im Notfall könnten freiwilligen Ehrenamtler helfen.

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