Das Neubaugebiet Gosemark ist in zwei Abschnitten erschlossen worden. Bei der Öffentlichkeitsbeteiligung hatte es Kritik von Anwohnern an den Plänen für ein Mehrfamilienhaus gegeben, weil es nicht in die Wohnstruktur in Dellwig passe. © Archiv/Marcel Drawe
Mehrfamilienhäuser

Baugrundstücke der Stadt Fröndenberg in Neubaugebieten warten auf Investoren

In Neubaugebieten in Dellwig und Ostbüren besitzt die Stadt Fröndenberg Flächen, die sie für Mehrfamilienhäuser bereitstellen will. Investoren sind nicht in Sicht. Dabei verfolgt der Grunderwerb einen weiteren Zweck.

Gosemark und Obsthof sind die beiden jüngsten Neubaugebiete in Fröndenberg. Beide Male ist eine Regelung zum Tragen gekommen, die bereits seit 1997 in der Stadt gilt: 25 Prozent der Baufläche ist der Stadt günstig übertragen worden.

»Die 25-Prozent-Regel ist ein Modell, das nicht nur in Fröndenberg angewendet wird.«

Beigeordneter Heinz-Günter Freck

Die Klausel, die alle privaten Erschließungsträger trifft, die einen neuen Bebauungsplan für ein Projekt in Fröndenberg anstreben, soll die Stadt in die Lage versetzen, Bauflächen selbst gewinnbringend veräußern zu können.

Die 25-Prozent-Regel hat einen einfachen Mechanismus: Von der zu erwartenden Nettobaufläche eines geplanten Baugebietes ist ein Anteil von 25 Prozent an die Stadt zu übertragen.

Stadt kann Baugrundstück mit Gewinn veräußern

Die Klausel wird erst ab einer Baufläche von mindestens 2600 Quadratmetern angewendet, außerdem bleiben die ersten 1000 Quadratmeter unberücksichtigt. Die Stadt erhielte also im Beispielsfall von einer 1600 Quadratmeter großen Fläche (2600 qm minus 1000 qm) einen Anteil von 400 Quadratmetern, also „ein kleines Baugrundstück“, wie Kämmerer und Beigeordneter Heinz-Günter Freck sagt.

Auch im Baugebiet Obsthof in Ostbüren sind die Grundstücke für Eigenheime längst alle verkauft. Bauträger, die Mehrfamilienhäuser errichten wollen, hat die Stadt indes bisher noch nicht gefunden. © Archiv/Marcus Land © Archiv/Marcus Land

Der Erschließungsträger mache der Stadt, sobald die 25-Regel zieht, stets ein entsprechendes notarielles Kaufangebot, „zu deutlich unterhalb des Bodenrichtwertes“, so Freck.

Der Rat der Stadt hat sich vor bald 25 Jahren für diese Regelung entschlossen, weil damit „Zukunftslasten der Kommune abgegolten werden sollen“. Denn die Erschließungsflächen in einem neuen Baugebiet, wie Straßen und Gehwege, kämen regelmäßig in das Eigentum der Stadt – mit Folgekosten.

Die Kommune müsse diese neuen Gemeindestraßen pflegen und unterhalten. Zudem entstehe dadurch, dass ein Wohngebiet vergrößert werde, auch zusätzlicher Raumbedarf für Kitas, Schulen und sonstige Infrastruktur.

Für Mehrfamilienhäuser keine Investoren in Sicht

Die günstiger erworbenen Grundstücke habe die Stadt in der Vergangenheit auf ihrer Homepage zum Verkauf angeboten. Dabei diente dann der offizielle Bodenrichtwert als Bemessungsgrundlage – sodass unter dem Strich ein Gewinn für die Stadtkasse generiert wurde. Der Zuschlag wurde immer nach dem Windhundprinzip erteilt, wer am schnellsten war, erhielt also das Areal.

In den Neubaugebieten in Dellwig und Ostbüren hat die Stadt ungleich größere Grundstücke auf diese Weise erworben. Sie sollen einem Zweck dienen, dem sich die Stadt seit einigen Jahren verschrieben hat: Neben Eigenheimen sollen auf diesen Flächen Mehrfamilienhäuser entstehen.

Allein es fehlt sowohl für die Gosemark als auch für den Obsthof auch nach Jahren immer noch an interessierten Investoren, die tätig werden wollen. Dabei gebe es im Übrigen, so Heinz-Günter Freck, keine zwingenden Vorgaben.

UKBS als Bauträger zwar eine Option – aber

So bestehe die Stadt nicht darauf, dass ein Investor die Mehrfamilienhäuser mit Mitteln des staatlich geförderten Wohnungsbaus errichte. Es werde sich zeigen müssen, ob der Fröndenberger Rat eine solche Bindung künftig in Kraft setzen will etwa beim Mietwohnungsbau.

Mit der UKBS verfüge man insofern zwar auch über einen Bauträger, der im öffentlich geförderten Wohnungsbau sehr aktiv ist. Ob es daher die kreiseigene Baugesellschaft sein könne, die auf den städtischen Flächen in Dellwig und in Ostbüren aktiv werden können, seien jedoch Gedanken, „die noch nicht zu Ende geführt sind“, so Fröndenbergs Beigeordneter.

Schließlich könne man an Vergabekriterien gebunden sein, die eine Bevorzugung der UKBS nicht ohne Weiteres zuließen.

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Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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