Linda und Alexander Majka sind zweimal vom Unwetter in Fröndenberg betroffen gewesen. Sie wohnen in Neimen, können voraussichtlich bis Weihnachten aber nicht in ihr Haus zurück. © Angelina Zander
Folgen des Unwetters

Neubau geflutet: Traum vom Eigenheim beginnt für Familie von vorn

Mehr als 225.000 Euro Schaden haben die Unwetter im Juli für Familie Majka in Fröndenberg-Neimen hinterlassen. Das gesamte Erdgeschoss samt Keller wurde geflutet. Nun beginnt die Aufbauarbeit.

Einige Jahre Arbeit liegen hinter Alexander und Linda Majka. Jahre, in denen sie viel Zeit investiert haben, um aus dem Haus, in dem Linda Majka lange gewohnt hat, das Heim für ihre eigene kleine Familie zu schaffen. Eigentlich fehlte nur noch der Außenanstrich. „Das Gerüst stand noch“, berichtet Alexander Majka. Und dann kam das Unwetter und flutete das komplette Erdgeschoss ihres Eigenheims.

Anderthalb Monate später: Von außen lassen auf den ersten Blick nur noch die orangenen Container vor der Haustür erahnen, was sich hier im Juli abgespielt hat. Aber ein Blick durch die Haustür ins Innere reicht, um das Ausmaß des Schadens zu sehen. Das Erdgeschoss gleicht einem Rohbau. Hier fehlt der Estrich, unten an den Wänden die Tapeten. Türen gibt es nicht mehr.

Hier geht die Baustelle wieder von vorne los: Zwei orangene Container stehen momentan vor dem Haus der Familie. Der Boden musste inklusive des Estrichs entfernt werden.
Hier geht die Baustelle wieder von vorne los: Zwei orangene Container stehen momentan vor dem Haus der Familie. Der Boden musste inklusive des Estrichs entfernt werden. © Angelina Zander © Angelina Zander

Wohnen in fremden Häusern

In ihrem eigenen Haus wohnen: Daran ist für die junge Familie im Moment nicht zu denken. Sie lebt zurzeit im Haus von Bekannten, die im Urlaub sind, berichtet Alexander Majka. Doch auch ein Urlaub ist irgendwann zuende. Die Bekannten kommen nun zurück, für Familie Majka bedeutet das: Umzug ins nächste Haus von Bekannten, die ebenfalls in den Urlaub fahren. Läuft alles nach Plan, will Familie Majka Weihnachten wieder in den eigenen vier Wänden verbringen.

»Wir haben gar keine Dimension, auf wie viel wir nachher sitzen bleiben.«

Linda Majka

Doch bis dahin muss in ihrem Haus noch einiges passieren. Derzeit laufen dort zwei Bautrockner. Das wird sich wohl auch die nächsten vier Wochen nicht ändern, vermutet Alexander Majka. Dann soll der Estrich folgen, auch eine neue Heizung steht auf der Liste. „Wir haben gar keine Dimension, auf wie viel wir nachher sitzen bleiben“, sagt Linda Majka im Hinblick auf die nicht zu kalkulierenden Kosten für die beiden Hausbesitzer.

Das Wohnzimmer dient aktuell als Zwischenlager. Auch hier fehlt der Holzboden. Die Feuerwehr hatte das Wasser abgepumpt, allerdings war die Heizung in Mitleidenschaft gezogen worden und Öl ausgelaufen. Das verschmutzte Wasser war durch die Feuerwehrschläuche auf den Wohnzimmerboden gelangt.
Das Wohnzimmer dient aktuell als Zwischenlager. Auch hier fehlt der Holzboden. Die Feuerwehr hatte das Wasser abgepumpt, allerdings war die Heizung in Mitleidenschaft gezogen worden und Öl ausgelaufen. Das verschmutzte Wasser war durch die Feuerwehrschläuche auf den Wohnzimmerboden gelangt. © Angelina Zander © Angelina Zander

Die Schadenssummen kennen sie aber schon. Auf mindestens 150.000 Euro belaufe sich der Schaden am Haus, erzählt Linda Majka. Mit mehr als 50.000 Euro schlage der Hausrat zu Buche und dann wäre da noch das neue Familienauto, das den Starkregen nicht überlebt hat – weitere 25.000 Euro Schaden.

Lions Club spendet an Familie aus Neimen

Eine Spende haben sie nun vom Lions Club Unna – Via Regis bekommen. 2500 Euro. Projekte, für die das Geld verwendet werden kann, gibt es genug. „Wir wollen eine vernünftige Haustür kaufen, die Wasser abhält“, sagt Linda Majka. Denn die Haustür war zusammen mit einem bodentiefen Fenster und der Nebeneingangstür die Schwachstelle bei den Unwettern gewesen. Durch die war das Wasser ins Haus gelangt und war sich bis zur dritten Stufe des Flures angestiegen. Das erste Unwetter habe die Familie deutlich stärker getroffen als das zweite am 14. Juli.

Doch das zweite Unwetterereignis hatten die beiden nicht kommen sehen. Und so da weitergemacht, wo sie vor der Flutkatastrophe aufgehört hatten: bei ihrer Hausrenovierung. Zwischen den beiden Hochwassern sei die Hausfassade gestrichen worden. „Das war sehr skurril. Die Termine mit den Leuten standen aber“, sagt Alexander Majka. Auch sei gerade wieder alles aufgeräumt gewesen, als das zweite Hochwasser kam. Baumaterialien, die wieder angeschafft worden waren, fielen ebenfalls dem Wasser zum Opfer.

Wasser konnte ungebremst ins Haus fließen

Das Wasser war von einem kleinen Bach aus gekommen, der in der Nähe des Hauses fließt und sonst kaum Wasser führt. Linda Majka bemängelt, dass es auf der gesamten Straße keinen Gullydeckel gebe, außerdem das Gelände abschüssig zu ihrem Haus hin sei und das Wasser deshalb ungebremst ins Haus geflossen war. Die Majkas überlegen nun, selbst etwas für ihren Hochwasserschutz zu tun und vielleicht eine Mauer um ihr Haus zu ziehen. Bei der Stadt habe sie nach einem Kanal gefragt, sagt Linda Majka. Die Antwort: Die Planung sei sehr aufwendig und könne zwei Jahre dauern.

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Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg / Holzwickede

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