In der kommenden Woche sollen auch im Kreis Unna Corona-Schnelltests in Schulen durchgeführt werden. © dpa
Corona-Schnelltest in Schulen

Wenn der Banknachbar plötzlich Corona hat: Schulkinder könnten in Panik geraten

Schon in der kommenden Woche sollen die Tests eintreffen, Schulen am Montag weitere Instruktionen zur Schnelltestung erhalten. Ein Fröndenberger Schulleiter befürchtet, dass positive Ergebnisse zu Wirbel führen.

Das Schulministerium hat den Schulen in NRW am Donnerstag erste Informationen für Selbsttests von Schülerinnen und Schülern an die Hand gegeben. Einzelheiten zur Nutzung der Tests und nachfolgenden Maßnahmen werden den Schulen erst zu Beginn der kommenden Woche erläutert. Der Fröndenberger Gesamtschulleiter Klaus de Vries sieht dem Start der Schnelltests mit gemischten Gefühlen entgegen. Vor allem ist er in Sorge um die Reaktionen jüngerer Schüler.

Beginnend mit der ersten Lieferung soll in allen weiterführenden Schulen einmal pro Woche ein freiwilliges Testangebot für Schülerinnen und Schüler geschaffen werden. Die Selbsttests finden während der Unterrichtszeit in der Schule statt. Genaue Einzelheiten kann jede Schule für sich festlegen. So sollen die Tests an der Fröndenberger Gesamtschule nicht etwa im Klassenzimmer, sondern in größeren Räumlichkeiten durchgeführt werden.

Lehrkräfte oder weiteres schulisches Personal werden den Testvorgang beaufsichtigen. Medizinische Hilfeleistungen bei den Tests sind weder erforderlich noch zulässig, erklärt der Gesamtschulleiter. Die Kinder führen die Test als Selbsttest durch.

Schnelltests nicht 100 Prozent sicher

Die Erfahrungen mit diesen Schnelltests an anderer Stelle zeige, dass positive Ergebnisse für eine Covid-Erkrankung nicht immer sicher sind. Anschließende PCR-Tests würden das Ergebnis im Nachhinein nicht immer bestätigen, so der Gesamtschulleiter.

Testergebnisse könnten außerdem „in der Schulgemeinde problematische Reaktionen auslösen“. Dabei denkt Klaus de Vries gar nicht unbedingt an Mobbing positiv getesteter Schüler im Nachhinein, sondern an den Moment, in dem vor allem die jüngeren Schüler ihr Ergebnis erfahren. Denn zu diesem Zeitpunkt befinden sie sich mit ihren Freunden und weiteren Schülern auf engem raum. Wie reagiert das positiv getestete Kind? Bricht bei den anderen Kindern Panik aus?

Auf solche Situationen seien die Lehrer bisher genauso vorbereitet, wie auf den korrekten Umgang mit den Tests. Es könne etwa zu Fehlern komme, weil er von den jungen Schülern selbst durchgeführt wird – mutmaßt de Vries zumindest. Bisher weiß der Schulleiter noch gar nicht, welches Testmaterial die Gesamtschule erhält. Für Dienstag wird das Paket erwartet.

„Wir sind gespannt, welche Hilfestellungen wir vom Schulministerium noch erhalten.“ Gewünscht hätte sich Klaus de Vries, dass jeder Schule eine Fachkraft an die Seite gestellt wird.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung

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