Homeoffice am Stausee - wo sonst die Massen feiern, herrschte am 1. Mai 2021 selige Ruhe. © Schrief

1. Mai in Haltern: Polizei und Security kontrollieren Lage am Stausee

Boxen, Bollerwagen, laute Musik und gute Laune - über 1000 Jugendliche feierten so regelmäßig den 1. Mai in Haltern. Zum zweiten Mal geht das wegen Corona nicht. Manch einer findet das gut.

Erst eine Wanderung um den Stausee, bei der aus selbst gebauten Bollerkarren die Bässe dröhnten, dann die ultimative Party im Westuferpark: Bis 2019 lockte der 1. Mai regelmäßig rund 1000 junge Menschen nach Haltern. Doch seit der Corona-Pandemie werden die Feierwütigen um ihren Spaß gebracht. Zum zweiten Mal bat die Stadt um ein besonnenes Verhalten und verbot die Party.

„Es ist sehr ruhig für den 1. Mai“, sagt Eisverkäufer Bollo, der seit jetzt gut 40 Jahren nahe der Antoniusbrücke mit seinen Schlemmertüten die Spaziergänge versüßt. In der Mittagszeit am 1. Mai hat er wenig zu tun, überhaupt sei das Wirtschaften jetzt in der Coronakrise schwierig. Aber den sonst üblichen Rummel des Maifeiertages vermisst er nicht. „Sonst war an diesem Tag ja schon viel Chaos.“ Tatsächlich war das, weil auch viel Alkohol im Spiel war, nicht immer nur lustig.

Am Stausee ist es viel ruhiger als in den Tagen zuvor

Bei herrlichem Frühlingswetter mit einem Mix aus Wolken und Sonnenschein waren vor allem Familien mit kleinen Kindern unterwegs, Paare mit Rad oder mit Hund, sportlich Aktive, aber nur ganz vereinzelt Gruppen. Nirgendwo waren die typischen Feiercliquen zu sehen.

„Mega ruhig“ findet es auch Nicole Heimsoth, die seit März mit ihrem Imbisswagen „WurstKultur“ auf dem Parkplatz am Stockwieser Damm gegenüber vom Lakeside Inn steht. An den Tagen zuvor sei es wesentlich quirliger gewesen als nun am 1. Mai, sagt die Flaesheimerin. Hier treffen sich mittlerweile wieder Motorradfahrer – wie vor Jahren, bevor sie weiter zum Drügen Pütt zogen. „Sie erobern sich ihren Platz zurück“, beobachtet Nicole Heimsoth.

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Der 1. Mai in Haltern

Am Drügen Pütt an der Münsterstraße ist es am 1. Mai ebenfalls nicht so voll wie sonst. Und selbst am Silbersee haben sich lediglich versprengt Familien in den Sand oder auf eine Bank gesetzt, um den traumhaften Ausblick oder das Spielen mit den Kindern zu genießen. Aus dem Lautsprecher der Strandbar dringt dazu laute Musik.

Security aus Stadtlohn lobt vorbildliches Verhalten

An der Stadtmühlenbucht treffen wir Arndt Warther, Geschäftsführer von PMC Sicherheitsdienste & Eventservice Stadtlohn. „Es gibt überhaupt keine Auffälligkeiten“, lobt er die Halterner und Touristen, die den 1. Mai am See verbringen. „Alle verhalten sich vorschriftsmäßig.“ Arndt Warther hat als Diensthundeführer einen Hund mitgebracht – für alle Fälle – und acht weitere Security-Kräfte. Sie schieben einen ruhigen Dienst. Auch die Polizei fährt Streife, meldet aber keine besonderen Vorkommnisse. Alles in Ordnung am 1. Mai in Haltern.

Bürgermeister Andreas Stegemann freut sich über eine unproblematische und entspannte Lage. „Wir sind gut zufrieden“, sagt er auf Nachfrage der Halterner Zeitung. „Die Halterner sind diszipliniert und vernünftig. Das ist wirklich lobenswert!“ Und was macht der Bürgermeister am 1. Mai? Sein Tag war zunächst mit dienstlicher Arbeit ausgefüllt, der Nachmittag aber gehört Ehefrau Anne und den drei Kindern. Der Bürgermeister freut sich auf Familienzeit im Garten.

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Redaktion Haltern
Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
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Elisabeth Schrief