18 Halterner schwänzen permanent die Schule

Betreuungsprojekt

18 Halterner Jugendliche schwänzen permanent die Schule. Deshalb startete die Stadt in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) vor einem Monat ein Betreuungsprojekt. Klaus-Jürgen Miegel, Leiter der Sozialen Dienste, erklärt, wie man die Schulschwänzer zurück ins Klassenzimmer bringen will.

HALTERN

, 04.07.2017, 15:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Permanent schwänzen 18 Jugendliche in Haltern die Schule.

Permanent schwänzen 18 Jugendliche in Haltern die Schule.

„Mit den klassischen Angeboten der Jugendhilfe sind sie nicht mehr erreichbar“, erläuterte Klaus-Jürgen Miegel (Leiter der Sozialen Dienste) die Problematik im Ausschuss Generationen und Soziales. In den Räumen der Erich-Kästner-Schule kümmert sich die AWO um die betroffenen Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 12 und 15 Jahren. „Aufgrund einer zunehmenden Problematik im Bereich der Schulverweigerung setzt das Jugendamt damit in Kooperation mit der AWO ein weiteres schulbezogenes Jugendhilfeangebot um“, führte Klaus-Jürgen Miegel aus.

Kooperationsangebote auf Augenhöhe

Es werde erneut gemeinsam mit dem Schulsystem die gesetzliche Pflichtaufgabe angegangen, Erziehung und Bildung gemeinsam zu bewältigen, Kooperationsangebote auf gleicher Augenhöhe abzustimmen und anzubieten und letztlich eine Begrenzung der Kosten in der stationären Jugendhilfe zu erreichen. „Schule ist heute mit steigenden Zahlen von Schülern konfrontiert, die neben Unterricht und schulischen Förderprogrammen zusätzliche sozialpädagogische Unterstützung der Jugendhilfe benötigen“, sagte Miegel.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei nicht in der Vermittlung von Schulwissen, sondern vielmehr darin, den Jugendlichen eine Tagesstruktur zu geben und ihnen zu ermöglichen, sich in ihrem sozialen und emotionalen Verhalten weiterzuentwickeln sowie den Spaß am Lernen neu zu entdecken. Nach zwölf Monaten, wenn sie ihren Alltag – wie vielleicht früher einmal – selbstbewusst bewältigen können, sollen die Jugendlichen wieder in ihre Ursprungsklassen integriert werden. Geht das nicht, helfen Jugendamt und AWO beim Schulwechsel.

Alle Teilnehmer und deren Erziehungsberechtigte haben vorab schriftlich und freiwillig ihre Bereitschaft zur Projekt-Teilnahme erklärt. Bei den Teilnehmern kann es sich um Schüler von allen weiterführenden Schulen der 6. bis 9. Klasse handeln. Für die Stadt ist es kostengünstiger, die Jugendlichen ambulant zu betreuen, statt sie stationär in einer Einrichtung unterzubringen. Ein stationärer Aufenthalt kostet pro Platz durchschnittlich 65.000 Euro im Jahr, das Projekt in der Erich-Kästner-Schule für alle Schüler zusammen 94.000 Euro. Davon trägt das Land 72.000 Euro. 

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