23 Stellungnahmen gegen Tagebau-Pläne am Silbersee I in Haltern

mlzQuarzwerke Haltern

Die Quarzwerke wollen die Abgrabungsfläche am Silbersee I in Haltern ausdehnen. Öffentlichkeit und Verbände konnten Einwände gegen diese Pläne vorbringen. Die Möglichkeit wurde rege genutzt.

Sythen

, 14.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neun Wochen lang lag die vom Regionalverband Ruhr beschlossene Änderung des Regionalplans im Bereich Haltern zur Einsicht aus. Auch im Internet waren die Pläne zu sehen. Fachverbände, Behörden und die Öffentlichkeit wurden im Rahmen des Beteiligungsverfahrens aufgerufen, mögliche Einwände gegen die Änderung des Regionalplans und den damit verbundenen Plänen der Quarzwerke GmbH vorzubringen. Diese hatte - um den Sandabbau für die nächsten 25 Jahre zu sichern - am Silbersee I in Haltern-Sythen die Erweiterung der Abbaufläche um 87 Hektar beantragt. Am 6. April nun endete die Frist für Eingaben zu dem Projekt.

Wie Barbara Klask, Sprecherin des RVR mitteilte, sind insgesamt 23 Stellungnahmen eingegangen. Konkrete Informationen zum Inhalt lägen noch nicht vor. Die Auswertung werde einige Wochen in Anspruch nehmen, ließ Barbara Klask wissen.

Corona-Krise könnte sich auf das weitere Verfahren auswirken

Auch die Quarzwerke können sich noch nicht ausführlicher äußern. „Wir werden die Stellungnahmen nach den Osterferien mit dem RVR auswerten, soweit dies unter den gegenwärtigen Kontaktbeschränkungen möglich ist“, erklärte Thomas Pütter, Leiter des Bereichs Rohstoffsicherung bei den Quarzwerken, auf Anfrage.

Das weitere Verfahren hänge zum einen vom Inhalt der Stellungnahmen ab, sagte Pütter. Zum anderen sei nicht absehbar, wie die Corona-Krise das weitere Verfahren beim RVR und aufseiten der Quarzwerke GmbH und ihrem Gutachterteam beeinflussen werde.

Naturschutzverbände lehnen die Pläne ab

Auch das Landesbüro der Naturschutzverbände NRW war an dem Verfahren beteiligt worden und hatte eine Stellungnahme eingereicht. Darin wird die Änderung des Regionalplans abgelehnt.

Bei dem Planungsgebiet handele es sich um einen „für den Natur- und Artenschutz überregional bedeutenden Raum“, heißt es darin. Eine Nassabgrabung in dem geplanten Umfang stelle einen erheblichen Eingriff in die Natur dar. Auch seien erhebliche Auswirkungen auf angrenzende FFH- und Naturschutzgebiete nicht auszuschließen.

„Umfeld ist bereits stark belastet“

Das Umfeld des Silbersees I ist nach Auffassung der Naturschützer bereits durch mehrere Projekte stark belastet. Angeführt werden die Autobahn A 43, die Camping- und Freizeitanlage Dülmener See und der Badesee Silbersee II. Infrage gestellt wird die „Unersetzbarkeit“ des Quarzsands aus Haltern. Der RVR spricht dagegen von einem „einzigartigen Bodenschatz“. Auch die Quarzwerke heben die besondere Bedeutung der Halterner Sande hervor.

Quarzwerke sind gesprächsbereit

Im Zusammenhang mit der Kritik der Naturschutzverbände hatte Thomas Pütter stets Gesprächsbereitschaft signalisiert. „Wir sind gesprächsoffen für Naturschutzbelange“, versichert er.

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