700 Anzeigen: Verbotsschilder werden seit Jahren ignoriert

Spaltensturz in Quarzwerk

Auf dem Gelände der Quarzwerke waren am Sonntag zwei Hunde in eine fünf Meter tiefe Spalte gestürzt. Es stellt sich die Frage nach der Sicherheit. Die Quarzwerke verweisen auf Hinweisschilder und Zäune, die seit Jahren ignoriert werden. In einem Jahr habe es zuletzt 700 Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs gegeben.

FLAESHEIM

von Von Holger Steffe

, 12.11.2012, 15:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Am Sonntag hatte die Feuerwehr zwei Hunde aus einem fünf Meter tiefen Spalt auf dem Gelände der Quarzwerke in Flaesheim gerettet.

Am Sonntag hatte die Feuerwehr zwei Hunde aus einem fünf Meter tiefen Spalt auf dem Gelände der Quarzwerke in Flaesheim gerettet.

„Wir können nicht täglich sechs Kilometer Zaun in Flaesheim kontrollieren“, wehrt sich der Werksleiter gegen Vorwürfe, dass nur ein alter, maroder Zaun das 140 Hektar große Areal unzureichend gesichert hätte. Die tiefe Spalte, eine Ausspülung durch Regenwasser vom Schramberg, lässt Gerling in diesen Tagen zuschütten. „Die Umfriedung ist eine Sicherheitseinrichtung und keine Schikane“, sagt auch Christoph Söbbeler. Der Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg mahnt die Menschen, sich an die Hinweisschilder zu halten, sie aus Selbstschutz nicht zu ignorieren oder unkenntlich zu machen, damit auch andere Personen nicht gefährdet werden.

Bis zu 700 Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs hat Gerling in der Vergangenheit in einem Jahr stellen müssen. Darauf hat die Staatsanwaltschaft Essen das Unternehmen aufgefordert, drei bis viermal im Jahr die Umfriedung des Geländes auf Schwachstellen zu kontrollieren. „Das haben wir auch bisher so gehalten“, sagt Gerling, der in den Sommermonaten dort sogar einen Wachschutz patrouillieren lässt. Das Flicken der Zäune und der Wachschutz kosten die Quarzwerke jährlich mehrere 10 000 Euro, obwohl der Betrieb in Flaesheim in diesem Jahr nur minimal gefahren wurde.

Für die Wanderer wird die Rettung ihrer Tiere wohl ohne weitere Folgen bleiben, zumal der Stadtpressesprecher Georg Bockey auf Nachfrage bestätigt, dass die Tierrettung durch die Feuerwehr kostenfrei wäre.

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