73-Jähriger Halterner will bei Deutschen Hallenmeisterschaften „ans Limit gehen“

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Er ist Jahrgang 1946, aber fit wie ein Turnschuh. Am Donnerstag macht er sich auf den Weg nach Erfurt, um dort bei der Hallen-DM der Senioren zu starten - und zwar in drei Disziplinen.

Haltern

, 25.02.2020, 14:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier Starts hatte der Halterner bereits im Sommer bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Leinefelde-Worbis absolviert. In allen vier Läufen blieb er unterhalb der Norm für die kommende Deutsche Meisterschaft und hatte damit die Qualifikation in der Tasche. Dieses Ziel verfolgt er nun auch bei der Hallen-DM.

Am Donnerstag wird sich Hans-Jürgen Thran gemeinsam mit seiner Frau auf den rund 370 Kilometer langen Weg nach Erfurt machen. Dort finden am Wochenende die Deutschen Hallenmeisterschaften der Senioren statt. Für den 73-Jährigen ist es bereits die vierte Teilnahme bei einer Hallen-DM in Erfurt. „Mittlerweile kenne ich mich da bestens aus“, sagt er.

Für drei Disziplinen angemeldet

Abends wird er im Hotel einchecken und seine Frau zum Abendessen ausführen. Ab Freitag stehen dann die Wettkämpfe an. „In meinem Alter muss man ja alles mitnehmen“, sagt er und schmunzelt. Diesmal hat sich der Läufer, der für Spiridon Haltern an den Start geht, für drei Disziplinen angemeldet: 400 Meter, 800 Meter und 3000 Meter.

Hans-Jürgen Thran geht für Spiridon Haltern an den Start.

Hans-Jürgen Thran geht für Spiridon Haltern an den Start. © privat

Los geht es am Freitag mit dem 3000-Meter-Lauf. „Das ist eigentlich nicht so meine Strecke“, sagt er. Seine persönliche Bestleistung: 12:51,85 Min. Diese hatte er allerdings vor acht Jahren bei einem Wettkampf in Dülmen aufgestellt.

Am Samstagnachmittag geht es mit dem Rennen über 800 Meter weiter. Sonntag folgt dann der 400 Meter-Lauf. „Ich rechne mir nicht allzu viele Chancen aus, werde aber ans Limit gehen“, so Thran. „Mein Ziel ist es, gute Zeiten zu laufen und die Norm zu erreichen, um mich auf diese Weise wieder für die Hallen-DM im nächsten Jahr zu qualifizieren.“

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Damit das gelingt muss der Halterner die 400 Meter lange Strecke unter 1:29 Min. laufen. Für die 800 Meter darf er maximal 3:10 Min. brauchen. „Das sitzt drin“, sagt er.

Die Atmopshäre vor Ort sei fast schon familiär. „Man kennt sich mittlerweile, die Athleten wohnen teilweise im gleichen Hotel. Aber der Ehrgeiz ist immer noch vorhanden. Jeder will besser sein als der Andere.“

Sieg und Niederlage

Viele seiner Kontrahenten würden deshalb auch auf den Verzehr von Alkohol verzichten. „Ich bin da etwas entspannter und gönne mir auch schon mal ein Bier am Abend“, sagt Hans-Jürgen Thran und lacht. Am Ende, das weiß er nur zu gut, entscheidet auch die Tagesform über Sieg und Niederlage.

Der Sythener Hermann Döbber (TuS Sythen), der 2017 in der Altersklasse M80 über 60 Meter die Silbermedaille mit starken 9,54 Sekunden gewann, wird in diesem Jahr nicht dabei sein. „Ich hatte zuletzt Verletzungsprobleme und konnte nicht trainieren. Daher werde ich diesmal leider nicht an den Start gehen“, so Döbber.

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