Abriss der „Blauen Brücke“: Stadt bereitet „notwendige Schritte“ vor

Steverbrücke

Die marode Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Stever (Blaue Brücke) soll abgerissen werden. Dies wurde von der Politik entschieden. Aber wie und wann geht es nun weiter?

Haltern

, 16.01.2021, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Brücke am Walzenwehr ist seit Monaten gesperrt. Sie soll abgerissen werden.

Die Brücke am Walzenwehr ist seit Monaten gesperrt. Sie soll abgerissen werden. © Jürgen Wolter

Die Brücke über die Stever war zum Jahresende ein politischer Dauerbrenner. Am 28. Dezember hatte sich der Haupt- und Finanzausschuss mit dem Bauwerk befasst und eine überraschende Entscheidung getroffen. Das Bauwerk, das erst 2006 feierlich eingeweiht worden war, wird abgerissen. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen Brückenneubau voranzutreiben. Wie ist der aktuelle Stand?

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„Wir sind derzeit dabei, alle notwendigen Schritte vorzubereiten“, teilt Stadtsprecher Geogr Bockey auf Anfrage mit. Es sei derzeit noch nicht abzusehen, wann es einen Zeitplan gibt und wie dieser aussehen kann. Seit ihrer Einweihung im Frühjahr 2006 hatte sich die Hängebrücke am Walzenwehr zu einer Art Wahrzeichen der Stadt entwickelt. Doch die Schäden waren offenbar zu groß, eine Sanierung aufwendig und teuer.

Der Variante Abriss und Neubau hatten die Fraktionen von CDU, Grünen und WGH in der Sitzung vom 28. Dezember zugestimmt. SPD und FDP lehnten die Lösung dagegen ab, da der Beschluss für den Abriss zu früh komme und es besser sei, vor einer Entscheidung detailliertere Informationen über die Kosten der Lösungsvarianten einzuholen. Die Grünen ließen sich durch nachgereichte Informationen der Stadt überzeugen, dass an einem Abriss der Brücke ohnehin kein Weg vorbeiführt und dieser aus wirtschaftlichen und zeitlichen Gründen sinnvoll ist.

Fördermittel eventuell möglich

Auf Antrag der WGH sollen nun verschiedene Ausführungsvarianten (Stahl, Beton, Holz, Aluminium) und ihre Kosten geprüft werden. Die Grünen setzten durch, dass bei der Planung der neuen Brücke eine Kompensation der Menge an Treibhausgasen (CO2-Äquivalente) vorzusehen ist, die durch den Abriss und Neubau entstehen. Außerdem sollen die alten Brückenbestandteile so weit wie möglich recycelt werden.

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Die Baukosten für die alte Brücke hatten bis zur Fertigstellung im Frühjahr 2006 508.000 Euro betragen. Letztendlich stellte sich jedoch heraus, dass das Bauwerk zwar schön ist, sich aber langfristig nicht für den Alltagsbetrieb eignet. Bisher gibt es nur eine grobe Kostenrechnung für den Abriss (rund 143.000 Euro) und Neubau (2,2 bis 2,5 Millionen Euro) der Brücke. Es stehen sowohl bei einer Sanierung als auch bei einem Neubau Fördermittel in Höhe von 70 Prozent der anfallenden Kosten im Raum. Die Stadt rechnet bei einem Neubau inklusive Planungszeit mit einem Zeitrahmen von etwa 2,5 Jahren.

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