ADFC-Vorsitzender stellt Haltern ein gutes Zeugnis aus

Vortrag im Ausschuss

"Radfahrer müssen die Straße zurückerobern, die ihnen 25 bis 30 Jahre lang genommen wurde", forderte Ulrich Syberg, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) am Dienstag im Bau- und Verkehrsausschuss

HALTERN

von Von Berthold Fehmer

, 05.10.2011, 15:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Bundesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, Ulrich Syberg, sagt: "Radfahrer müssen die Straße zurückerobern, die ihnen 25 bis 30 Jahre lang genommen wurde."

Der Bundesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, Ulrich Syberg, sagt: "Radfahrer müssen die Straße zurückerobern, die ihnen 25 bis 30 Jahre lang genommen wurde."

Das betreffe Haltern nicht so sehr wie die Großstädte. In den Großstädten, geprägt von Schadstoffen und Lärm, sei die Regelakzeptanz gleich Null. Ampeln oder Verkehrsregeln würden kaum beachtet. Ein Grund: Nur noch 75 Prozent der Unter-25-Jährigen machen den Führerschein, vor 20 Jahren seien das noch 90 Prozent gewesen, so Syberg. „Jugendliche haben andere Prioritäten als den Führerschein“. Viele Kinder lernten nur noch in der vierten Klasse beim Fahrradführerschein die Verkehrsregeln kennen – „danach nie wieder.“ Deshalb fordere der ADFC eine Aufklärungskampagne im Stile der Fernsehsendung „Der 7. Sinn“. Eine Helmpflicht für alle Radfahrer oder gar eine „Warnwestentragepflicht“ lehne der ADFC hingegen grundsätzlich ab. Die Verursacher – in der Regel motorisierte Verkehrsteilnehmer – seien in der Pflicht.

„Überlebenstechnik“ nennt Syberg das, was derzeit von Automobil- und LKW-Herstellern getestet werde, etwa Kollisionswarner, Türöffner-Assistenten oder Außenairbags. Um so wichtiger sei dies, da das Radfahr-Alter nicht mehr 8 bis 80, sondern mittlerweile eher 3 bis 100 sei. Mit Pedelecs seien auch Hochbetagte mühelos schnell bei 25 Kilometern pro Stunde, so Syberg. Er stellte Haltern ein insgesamt gutes Zeugnis aus. Seit 2006 ist die Stadt in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW, es gebe eine Radstation, die Römerroute werde ausgebaut. Als Empfehlung schlug Syberg vor, eine Haushaltsposition für Radfahrerbelange festzuschreiben, Bett & Bike (fahrradfreundliche Übernachtungsbetriebe) zu fördern und einen Koordinator im Rathaus zu benennen, der als Bindeglied zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik arbeitet. Außerdem könne man Fördergelder für Kampagnen wie „Mit dem Rad zur Arbeit“ beantragen.

Lesen Sie jetzt