Die Alloheim Altenheim Seniorenresidenz in Sythen gerät immer wieder in die Schlagzeilen. © Benjamin Glöckner
Coronavirus

Alloheim Sythen: Zahl der Corona-Infizierten steigt weiter stark an

Im Alloheim Sythen ist das Coronavirus weiterhin ein Problem. Nach Angaben des Altenheim-Betreibers sind weitere Bewohner positiv getestet worden. Auch vier Mitarbeiter sind infiziert.

Zu Beginn des Jahres war bekannt geworden, dass zwei Bewohner des Pflegeheims im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben sind (wir berichteten). Die Zahl der positiv getesteten Personen war in der Einrichtung zum Jahresanfang auf sechs Bewohner gestiegen. Mittlerweile hat es weitere Neuinfektionen gegeben.

„Aktuell sind zwölf Bewohner und vier Mitarbeiter positiv getestet. Die Mitarbeiter befinden sich in häuslicher Quarantäne“, teilte eine Sprecherin der Alloheim Senioren-Residenzen SE auf Anfrage unserer Redaktion mit. Warum ist das Ausbruchsgeschehen in der Einrichtung offenbar weiter außer Kontrolle geraten?

Krisenstab tausche sich täglich aus

Dazu hat gibt es anscheinend keine Erklärung. „Seit Beginn der Pandemie setzen wir ein umfassendes Corona-Schutz- und Hygienekonzept gemäß unseres unternehmensweiten Pandemie-Handbuchs in allen unseren Einrichtungen um“, betont die Sprecherin. Man passe die Infektionsschutzvorgaben laufend, entsprechend den behördlichen Vorgaben und denen des Robert-Koch-Instituts (RKI), an. „Hinzu kommen regelmäßige Corona-Schnelltests von Bewohnern, Mitarbeitern und Besuchern.“ Täglich tausche sich der Krisenstab intensiv aus.

Seit Ende Dezember, so teilt die Sprecherin der Alloheim Senioren-Residenzen SE weiterhin mit, „haben die Impfungen von Bewohnern und Mitarbeitern in unseren Einrichtungen begonnen.“ Die Impfungen sollen sowohl zum individuellen Schutz als auch zur Eindämmung der Pandemie beitragen. Die Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung in Sythen seien kürzlich geimpft worden. „Die Impfbereitschaft bei Bewohnern und Mitarbeitern war sehr gut.“ Genaue Zahlen könne das Unternehmen vor dem Hintergrund datenschutzrechtlicher Vorgaben nicht nennen.

Es sei wichtig, so betont die Sprecherin weiter, dass die Bewohner ihre Angehörigen sehen und mit ihnen Zeit verbringen können. „Allerdings stehen auch hier die Gesundheit und der Schutz der Bewohner an erster Stelle. Entsprechend sind Besuche in unseren Einrichtungen ausschließlich im Rahmen von behördlich genehmigten Besuchskonzepten möglich. Die Regelungen der einzelnen Einrichtungen werden stetig entsprechend der offiziellen Richtlinien des jeweiligen Bundeslandes angepasst.“

Hohes Alter und bestehende Vorerkrankungen

Wesentliche Risikofaktoren für eine schwere COVID-19-Erkrankung seien ein hohes Alter und bestehende Vorerkrankungen. „Genau diese Hochrisikogruppe lebt in Pflegeheimen. Hinzu kommt, dass anders als bei kleinen Privathaushalten mehrere Menschen in Wohngruppen zusammenleben, sie von Pflegekräften versorgt werden und in der Regel auch Besuch erhalten.“ Es ergäben sich dadurch grundsätzlich schon eine Vielzahl von Kontakten.

„Im Weiteren sind die Bedingungen in einer Senioreneinrichtung mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind, auch noch einmal besonders“, sagt die Sprecherin. Diese seien durch ihr Krankheitsbild kognitiv stark beeinträchtig und zugleich mobil. „Das macht die Eindämmung von einmal eingetretenen Infektionen auf Demenzstationen zu einer großen Herausforderung. Daher sind Pflegeheime seit Beginn der Pandemie weltweit und auch in Deutschland bekanntermaßen überdurchschnittlich stark von Covid-19-Ausbrüchen betroffen – unabhängig von den jeweiligen Trägern.“

Es könne auch nicht nachvollzogen werden, wie die Infektion in die Einrichtung gekommen ist. So sei es im Kontext einer weltweit grassierenden Pandemie, durch die ein Virus in der Bevölkerung weit verbreitet ist, grundsätzlich nicht möglich, den Beginn einer Infektionskette in stark belegten Einrichtungen mit Bestimmtheit zu identifizieren oder den weiteren Verlauf von Infektionswegen ursächlich nachzuvollziehen. „Es kann sehr viele Wege geben, wie das Virus in die Einrichtung gelangte.“

Vielfache Infektionsmöglichkeiten und Wege

Immer wieder würden zum Beispiel auch Bewohner nach einem ambulanten oder stationären Aufenthalt aus dem Krankenhaus in die Einrichtung zurückkehren. „Ebenso können Bewohner natürlich die Residenz für Einkäufe, Besuche oder Ausflüge verlassen. An diesen Beispielen erkennt man die vielfachen Infektionsmöglichkeiten und Wege, die sich anschließend in einer Einrichtung niederschlagen können.“

Beim Kreisgesundheitsamt sind die Fälle in der Sythener Einrichtung bekannt. „Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfen wir dazu aber keine weiteren Angaben machen“, sagt Kreissprecherin Svenja Küchmeister. Kreisweit sei es zuletzt immer wieder zu Ausbruchsgeschehen in Pflegeheimen gekommen. Mit den betroffenen Einrichtungen stehe man im stetigen Austausch. Dabei werde individuell auch geprüft, ob die Versorgung und Betreuung der Bewohner ausreichend gewährleistet bleiben kann.

Über den Autor
Redaktion Haltern
1982 in Haltern geboren. Nach Stationen beim NRW-Lokalfunk, beim Regionalfernsehen und bei der BILD-Zeitung Westfalen 2010 das Studium im Bereich Journalismus & PR an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen erfolgreich beendet. Sportlich eher schwarz-gelb als blau-weiß orientiert. Waschechter Lokalpatriot und leidenschaftlicher Angler. Motto: Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus.
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Daniel Winkelkotte

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