Altenwohnhäuser suchen dringend nach Fachkräften

Altenpflege

„Fachkraft für Altenpflege gesucht!“ Immer häufiger liest man Stellenangebote dieser Art. Die Zahl der alten Menschen steigt, der Beruf des Altenpflegers leidet unter Imageproblemen. Pflegedienstleiter in Haltern befürchten einen steigenden Fachkräftemangel.

HALTERN

, 24.07.2015, 06:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Studieren die Dienstpläne: Peter Künstler, Pflegedienstleiter im St. Anna und St. Sixtus Altenwohnhaus und Dana Hensel, Wohnbereichsleiterin im St. Anna Haus.

Studieren die Dienstpläne: Peter Künstler, Pflegedienstleiter im St. Anna und St. Sixtus Altenwohnhaus und Dana Hensel, Wohnbereichsleiterin im St. Anna Haus.

„Wir stehen bereits am Anfang einer solchen Entwicklung“, sagt Peter Künstler, Pflegedienstleiter in den Halterner Altenwohnhäusern St. Anna und St. Sixtus. 746 Stellen sind im Kreis Recklinghausen im Bereich Gesundheitspflege, in dem allerdings auch Sozialberufe, Lehrer und Erzieher erfasst werden, unbesetzt.

„Da uns Lehrerstellen nicht gemeldet werden und im Bereich Soziales und Erziehung nur wenige Stellen neu besetzt werden, bezieht sich diese Zahl im Wesentlichen auf Alten-, Kranken- und Gesundheitspflege“, sagt Cordula Cebulla, Pressesprecherin der Arbeitsagentur Recklinghausen.

Größere Akzeptanz

Mit Qualifizierungs- und Umschulungsmaßnahmen wird zurzeit versucht, größere Akzeptanz des Berufsfeldes zu erreichen.„Wer sich für diesen Beruf entscheidet, muss wissen, dass er eine Tätigkeit ausübt, die er nicht an der Haustür abgeben kann“, sagt Cordula Cebulla. „Es entstehen Belastungen, und man muss damit umgehen können.“

Die Altenwohnhäuser St. Sixtus und St. Anna bilden selbst aus (zurzeit sind dort 22 Auszubildende beschäftigt) und sorgen so auch für qualifizierten Nachwuchs. „Daran mangelt es uns also prinzipiell nicht“, sagt der Pflegedienstleiter der beiden Häuser Peter Künstler.

Höherer Personalschlüssel

„Was aber bleibt, sind die Belastungen im Job. Um den Mitarbeitern eine entspannte, aktivierende Pflege zu ermöglichen, die notwendig wäre, um den Bewohnern gerecht zu werden, fehlt die Zeit. Der Gesetzgeber ist gefragt, die Personalschlüssel müssten deutlich erhöht werden“, so Künstler.

Eine größere Personaldecke hält auch Matthias Mersmann, stellvertretender Pflegedienstleiter im Caritasverband Haltern für notwendig. Sechs Auszubildende beschäftigt er zurzeit im Bereich der ambulanten Pflege. „Sie bleiben auch in den allermeisten Fällen bei uns, sind qualifiziert und motiviert. Trotzdem wären mehr Pflegekräfte notwendig, die Sätze der Krankenkassen reichen nicht aus, um mehr qualifizierte Pflege zu finanzieren“.

Ständig auf Mitarbeitersuche

Altenwohnhäuser und Caritasverband sind deshalb immer wieder auf der Suche nach neuen Fachkräften. „Tendenz steigend, das Problem wird sich vergrößern“, lautet die Prognose der Pflegedienstleiter. Auch bei privaten Pflegediensten besteht Bedarf an Fachkräften.

„Zurzeit würden wir gern zusätzliche Mitarbeiter einstellen“, bestätigt beispielsweise Nicole Schülke, stellvertretende Pflegedienstleiterin beim ambulanten Pflege- und Gesundheitsteam PuG.

Deutlich über 2,5 Millionen Pflegebedürftige konstatiert das Bundesgesundheitsministerium zurzeit, für 2030 werden 3,2 Millionen, für 2050 4,2 Millionen prognostiziert. Pflegedienstleiter in Haltern halten veränderte Rahmenbedingungen für unbedingt notwendig, um eine ausreichende qualifizierte Altenpflege auch in Zukunft zu gewährleisten.

Lesen Sie jetzt