"Am besten Knall auf Fall aufhören"

03.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Haltern Wer sich jüngst im Alter von 16 oder 17 Jahren ganz legal das Rauchen angewöhnt hat, darf nun bis zu seinem 18. Geburtstag nur noch im privaten Bereich zum Glimmstängel greifen, den er sich von einem Erwachsenen schnorren muss. Oder aber er lässt das Rauchen ganz bleiben.

Zum Aufhören lassen sich durch die neue gesetzliche Situation aber offenbar nur die wenigsten Suchteinsteiger bewegen. Denn dass sich Minderjährige in den Apotheken gängige Entwöhnungshelfer wie Nikotinkaugummis oder -pflaster besorgen, kommt so gut wie gar nicht vor. "Es sind fast ausschließlich die langjährigen Raucher im fortgeschrittenen Alter, die sich danach erkundigen", stellt Klaus Dewies, Inhaber der Hirsch-Apotheke, fest. Sein Kollege aus der Bären-Apotheke, Dr. Dirk Schulte-Mecklenbeck, bestätigt: "Eine Altersverschiebung haben wir in diesem Bereich bislang nicht beobachtet."

Ob das Rauchverbot für Unter-18-Jährige in der Öffentlichkeit die Jugendlichen tatsächlich vom Qualmen abhält, bezweifeln die Apotheker. Dewies: "Ein reines Verbot bringt überhaupt nichts, das Rauchen muss ein uncooles Image bekommen." Wer sich zum Aufhören mit Hilfe von Nikotinentwöhnungspräparaten entschließe, so der Apotheker weiter, benötige in der Regel zusätzliche psychologische Unterstützung. Die bieten die Apotheken in Form von Broschüren oder auch persönlichen Beratungsgesprächen an. "Beste Erfolgschancen haben aber jene Raucher, die Knall auf Fall aufhören und sich nicht langsam mit Ersatzmitteln entwöhnen", erklärt Dewies.

Finanzielle Hilfestellung

Nehmen Minderjährige über die Krankenkasse für eine Nikotin-Entwöhnung Hilfe in Anspruch, stünden laut Jörg Groeters von der Barmer die Chancen gut, dass die Kasse bis zu 100 Prozent der Kosten für medizinisch oder psychologisch betreute Gruppenprogramme trägt.

wal

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