Am Schloss Sythen bleibt alles, wie es ist

Verhandlungen abgebrochen

Die "Guten Botschafter" suchen einen repräsentativen Firmensitz. Auf Schloss Sythen finden sie ihn nicht. "Wir haben die Gespräche abgebrochen", verkündete Baudezernentin Anette Brachthäuser am Donnerstagabend im Rathaus. Damit überraschte sie die Mitglieder des Ausschusses Stadtentwicklung und Umwelt.

SYTHEN

, 30.06.2017, 15:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Schloss Sythen bleibt alles, wie es ist

Schloss Sythen im Sommer

Denn auf der Tagesordnung stand lediglich der Beschluss, das Verfahren für einen Bebauungsplan zu eröffnen.  Die SPD verlangte daraufhin eine Sitzungsunterbrechung, kaum zehn Minuten nach Eröffnung einer langen Tagesordnung.

Einigkeit im Ausschuss

"Wir haben intensive Gespräch mit dem Förderverein, dem Kommunikations- und Designbüro Gute Botschafter sowie dem Landschaftsverband als Denkmalbehörde geführt und nach Synergieeffekten gesucht", erinnerte Anette Brachthäuser an langwierige, zwei Jahre dauernde Verhandlungen. Am Montag bei einer Zusammenkunft mit Bürgermeister Bodo Klimpel und Anette Brachthäuser hatte der Förderverein gebeten, die Verhandlungen abzubrechen.

Er hatte sich schon in der zweiten Juni-Woche per Abstimmung gegen eine Fremdnutzung des Schlosses ausgesprochen. Am Mittwoch teilten Klimpel und Brachthäuser dem Geschäftsführer der Guten Botschafter, Michael Buttgereit, mit, die Verwaltung könne dem Rat nicht empfehlen, die Verhandlungen weiterzuführen.  Entsprechend stimmte der Ausschuss  dann geschlossen ab:  Es wird ein Bebauungsplan aufgestellt, dem Ansiedlungswunsch ist eine Absage zu erteilen.

"Mehr als bedauerlich"

"Es ist mehr als bedauerlich, dass das Vorhaben nicht gelingen konnte", nahm Bernd Ostrowski aus Sythen für die CDU Stellung. Mit einem Bebauungsplan könnten nun Weichen für eine zukünftige ergänzende, aber noch ergebnisoffene Nutzung gestellt werden. Die Grünen beteuerten, das  Anliegen der Guten Botschafter immer wohlwollend begleitet zu haben. "Aber die Voraussetzung wäre ein Einvernehmen gewesen. Wir haben gesehen, dass ein konstruktiver Kompromiss nie zustande gekommen wäre", sagte Maaike Thomas.  

Auch Philipp Verbnik von der FDP bedauerte das Scheitern der Gespräche. Er betonte aber gleichwohl, dass das Schloss eine hohe Identität für das Dorf besitze und der Förderverein Schlossherr bleiben sollte. Heinrich Wiengarten  bekräftigte die Grundhaltung der SPD: "Uns war es immer wichtig, im Sinne des Fördervereins zu agieren."

Förderverein zufrieden

Die Guten Botschafter hatten das Schlossgelände als idealen Ort für eine wirtschaftliche Entwicklung gesehen. Hier sollte eine Akademie für Design sowie Raum für Symposien und Seminare entstehen. Eine Abwanderung des renommierten Unternehmens (mit weiteren Standorten in Köln und Wien sowie 40 Mitarbeitern) ist nach Auskunft der Geschäftsleitung nun nicht ausgeschlossen.

Anwesende Mitglieder des Fördervereins Schloss Sythen verließen zufrieden den Rathaussaal.

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