Anni Peters hat immer gekämpft

30.09.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Lavesum Dass Thorsten Föcker seit fünf Jahren Peters Backstube leiten kann, hat er seiner Großmutter zu verdanken. Anni Peters hat sich immer wieder durchgebissen, mit Behörden gekämpft. Bereits als junge Ehefrau und Mutter von fünf Kindern verkaufte sie Obst, Blumen und Palmstockschmuck am Palmsonntag. Knapp gehalten von den Schwiegereltern auf dem Hof ihres Mannes Erich besserte sie so ihr Taschengeld auf, um Kleidung für die Kinder zu kaufen. Vor Weihnachten ging sie auf den Markt, bot Gänse, Enten und Hähnchen an. Die ersten Bestimmungen der Hygieneverordnung machten ihr einen Strich durch die Rechnung. Einen Verkaufswagen, wie vorgeschrieben, konnte sie sich nicht leisten.

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1963 pachtete die heute 78-Jährige einen halben Hektar Ackerland und pflanzte Erdbeeren an. Damit legte sie den Grundstein für die Direktvermarktung gegen den Willen ihrer Schwiegereltern. Die Ernte ging an zwei Krankenhäuser in Recklinghausen. Bis 1967 wuchs die Anbaufläche auf drei Morgen. Gefrorene Früchte und Dosen waren den Städtern später lieber. Anni Peters stieg um, verkaufte jetzt Steinofenbrot, Eier, Geflügel, Wurst und Schinken und richtete nach Auflage der Behörden in der guten Stube ihren ersten Verkaufsraum ein.

Im Winter 1968 fuhr sie dreimal in der Woche nach Marl, absolvierte Abendkurse und legte in Gelsenkirchen vor der Industrie- und Handelskammer ihre Prüfung ab. Mit der Schank-Erlaubnis 1969 begann die Bewirtung in der Diele des alten Bauernhauses. Zur Melkzeit zapften sich die Kunden ihre Milch selbst in Biergläsern.

1970 wurde der Stall zur Gaststube umgebaut, und "Peters Bauernstube" eröffnete. Seit 1978 führt Sohn Paul die Bauernstube. Die Backstube übernahm Tochter Annette - heute Peters-Föcker. Anni Peters backt, wurstet und verkauft immer noch in der Backstube. ela

Am 3. Oktober feiert Peters Backstube ihr 40-jähriges Bestehen mit besonderen Angeboten. Geöffnet ist von 9 bis 18 Uhr.

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