Ansiedelung der Kormorane - Angler sehen Fischbestand gefährdet

Kritik nach Wahl "Vogel des Jahres"

HALTERN Der Naturschutzbund Deutschland ernannte den Kormoran zum „Vogel des Jahres 2010“. Diese Entscheidung trifft nicht auf ungeteilte Zustimmung

von Von Silvia Wiethoff

, 12.10.2009, 18:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Kormoran wurde zum "Vogel des Jahres 2009" ernannt. Diese Entscheidung der Naturschutzbundes Deutschland trifft in Haltern nicht auf ungeteilte Zustimmung.

Der Kormoran wurde zum "Vogel des Jahres 2009" ernannt. Diese Entscheidung der Naturschutzbundes Deutschland trifft in Haltern nicht auf ungeteilte Zustimmung.

Ein erwachsener Kormoran benötigt zwischen 200 und 700 Gramm Fisch pro Tag. Belehrt glaubt, dass der Naturschutzbund ein Eigentor geschossen hat, indem er den Kormoran zum „Vogel des Jahres“ machte.Dies sieht Christian Lynen vom Halterner Naturschutzbund ganz anders. Die Benennung des Kormorans sei „eine schöne Geschichte“, erklärte er. Der Vogel spiele im Ökosystem eine wichtige Rolle und sei ein Beispiel dafür, wie sich Mensch und Tier denselben Lebensraum teilen können.

Für Norbert Neufeld, Gewässerwart beim Fischereiverein Haltern, ist der Kormoran dagegen ein Paradebeispiel für den Eingriff des Menschen in die Natur. Nach einer systematischen Ausrottungskampagne nämlich, war das Tier um 1900 bis auf Kolonien im Baltikum fast ausgestorben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte der nun geschützte Vogel zurück und verzichtet aufgrund des Klimawandels immer häufiger auf die gefährliche Reise ins Winterquartier. Die natürlichen Bestandsverluste sinken, während die Beutefische auch über die Winterpause keine Ruhe mehr finden.

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