Arbeitgeber haben Kopfnoten im Blick

HALTERN Bei Lehrern fallen Kopfnoten glatt durch, bei Schülern sind sie umstritten, doch in Halterner Betrieben kann man den Zensuren für Leistungsbereitschaft und Kooperationsfähigkeit durchaus Positives abgewinnen.

von Von Heike Riemann

, 24.01.2008, 12:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kopfnoten spielen nicht nur in der Schule eine Rolle.

Kopfnoten spielen nicht nur in der Schule eine Rolle.

Christoph Sebbel, Vorstandssekretär bei der Volksbank, ist sicher, dass man in seinem Unternehmen verstärkt bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen auf diese Noten achten wird: „Ich denke, dass Eigenschaften, wie Teamfähigkeit, auch im Beruf sehr wichtig sind und wir beispielsweise bei notengleichen Bewerbern auch auf diese Zensuren achten werden.“ Für hilfreich hält auch Franz-Josef Krusel (Altenheim St. Anna/St. Sixtus) Kopfnoten: „Sie können sicherlich dazu beitragen, das Bild eines Bewerbers abzurunden.“ Allerdings hat er auch Verständnis für die kritische Diskussion um die Kopfnoten: „Inwieweit sie wirklich objektiv sein können.“

Gemischte Gefühle

Mit gemischten Gefühlen blickt Elektromeister Günther Gerdes auf die Kofpnoten. „Einerseits sind sie ein Hinweis für mich, anderseits: Was passiert mit denen, die es nicht packen. Die bekommen vielleicht nicht mal mehr eine Chance.“ Sicherlich, so Gerdes, würden Schüler in eine Leistungsgesellschaft hineinwachsen, trotzdem scheint es ihm sinnvoll, darüber zu diskutieren, wo dieser Leistungsdruck beginnen muss. „Ich werde bei Bewerbern künftig darauf achten“, so Elisabeth Fimpeler vom Malerbetrieb Fimpeler. Soziale Kompetenz hält sie bei ihren Azubis beispielsweise für äußerst wichtig. Allerding glaubt sie auch, dass man die Diskussion um die Kopfnoten nicht überbewerten sollte: „Wir laden unsere Bewerber eine Woche zum Probearbeiten ein, da bekomme ich auch ein Bild vom Bewerber.“ Ausschlaggebend sind für sie aber auch die Noten in den Unterrichtsfächern, die später für den Beruf wichtig sind, so etwa in Mathematik.

Soziale Kompetenz

Ebenfalls einen Blick auf die Kopfnoten werfen wird Werner Schulte-Lünzum vom Autohaus Borgmann: „Meine beiden Söhne haben jetzt auch erstmals Kopfnoten bekommen. Wenn man erfährt, wie die Noten zustande kommen, kann man allerdings schon skeptisch werden.“ Vieles. so Schulte-Lünzum, passiere zudem auf dem Schulhof außer Blickweite der Lehrer. Für Werner Schulte Lünzum werden die Kopfnoten zwar ein Anhaltspunkt zur Sozialkompetenz eines Bewerbers sei, wichtig ist ihm aber, dass der Jugendliche sich engagiert, sei es im Verein oder auch in der Kirche.

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