Asylbewerber leben unter unwürdigen Bedingungen

Am Lorenkamp

Unter menschenunwürdigen Verhältnissen müssen Asylbewerber in Haltern leben. So stehen acht Familien mit 24 Personen sowie zwei einzelnen Frauen, eine mit Kind, beispielsweise nur zwei Kochgelegenheiten im Container am Lorenkamp zur Verfügung.

HALTERN

von Von Silvia Wiethoff

, 11.03.2011, 15:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie den sanitären Anlagen mit drei nebeneinander liegenden Toiletten, abgetrennt durch nach oben und unten offene Sperrholzwände, und vier Duschkabinen fehlen auch den „Gemeinschaftsküchen“ die Fenster. Eigentlich ist es angesichts der enormen Frequentierung ein Wunder, dass die Räume so sauber sind. Kein Krümel liegt auf den wenigen Schränken oder der Spüle in der Küche herum.  

Der zweite Flur im Container mit weiteren Zimmern sowie der gleichen Anzahl an Gemeinschaftsanlagen wie im ersten ist abgesperrt. Er ist unbewohnt, und deshalb „bestand die Gefahr, dass der Flur vermüllt wurde“, begründete die Stadt diese Maßnahme. Dass der Trakt „ganz aktuell geöffnet wurde“, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt, bestätigte sich bei einem zweiten Besuch unserer Zeitung in der Flüchtlingsunterkunft am Donnerstag nicht. Ihre Mahlzeiten nehmen die Familien in ihrem jeweiligen Zimmer ein, das Schlaf-, Wohn- und Essraum in einem ist. In den meisten steht ein kleiner Tisch direkt vor den Betten. Durch die einfach verglasten Fenster, deren Holzrahmen teilweise fingerdicke Löcher aufweisen, entweicht ein großer Teil der Heizenergie. Draußen bröckelt die Außenfassade von der darunter liegenden Dämmung. Ratten und Mäuse haben hier leichtes Spiel.

Der kalte Winter war hart für die Bewohner, darunter fünf Kinder unter sechs Jahre. Laut Stadtverwaltung wurden die Asylunterkünfte in Haltern „stets renoviert, wenn es Bedarf gab“. „Wir laden den Bürgermeister ein, uns zu besuchen“, sagen die Flüchtlinge. Und zum Schluss denken sie an jene, denen es noch schlechter ergeht: „Schau‘ Dir das Männerwohnheim an der Wasserwerkstraße an. Das ist eine Katastrophe.“ 

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