Auf Achse im Schilderwald

HALTERN Die Straßen sind sein Revier. Martin Pieper kennt sie alle, jeden Tag ist er unterwegs, um sie noch besser, noch sicherer zu machen.

von Von Daniel Maiß

, 21.01.2008, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

 Morgens um Punkt 7 Uhr besteigt der 39-Jährige am Baubetriebshof seinen orangefarbenen Kleinlaster und macht sich auf den Weg. Immer da wo Schäden auftreten, ist er zur Stelle. Ein Schlagloch? Kein Problem! Eine Absenkung? Wird behoben! Ein abgeknicktes Verkehrsschild? Pieper sorgt für Ersatz.

"Straßenkontrolle" prangt hinten auf dem Kleinlaster, Pieper manövriert jeden Montag sein Mobil durch die Innenstadt. Sein erstes Ziel: der Kärntner Platz. Hier hat ein Autofahrer einen Metallpfosten umgefahren. Den nimmt der Straßenwärter gleich mal mit und sichert die Unfallstelle. Weiter geht?s zum Silverberg. Auf halbem Weg klingelt das Handy. "Das passiert mehrfach am Tag", erklärt der 39-Jährige und geht ran. "Bin gleich da", erklärt er, das Ordnungsamt ruft. Auf dem Weg zurück zum Baubetriebshof stoppt der Straßenwärter an der Holtwicker Straße. Hier müssen ein paar Schilder gereinigt werden. Mit einem Spatel rückt er Aufklebern zu Leibe, mit Lösungsmitteln Graffities. "Unsere Schilder sind über zwei Meter hoch angebracht. Da muss man schon hochspringen, um etwas darauf zu kleben", wundert sich Pieper über den Ehrgeiz einiger Bürger.

Nicht richtig abschalten

Jetzt geht es erst einmal zurück zum Baubetriebshof, das Ordnungsamt muss noch ein paar Minuten warten. "Selbst wenn ich frei habe, achte ich auf beschädigte Schilder oder Straßen, das kann man nicht so ganz abstellen", erzählt der gebürtige Halterner, der jetzt in Dülmen lebt. Auch von Kollegen und Bürgern wird er oft auf Stellen aufmerksam gemacht, an denen er mal kontrollieren sollte.

"Wir führen über alles genau Buch", ergänzt Gerd Becker, Leiter des Baubetriebshofes. Der Hof arbeitet eng mit dem Ordnungsamt zusammen. "Wir bemühen uns gemeinsam, den Schilderwald in Grenzen zu halten", so Becker weiter. Dennoch gäbe es in Haltern schon ein paar tausend Schilder. Einige davon seien beliebt.

"Gerade die Tempo-Begrenzungen eignen sich scheinbar toll als Geschenk bei runden Geburtstagen", weiß Becker, fügt aber hinzu: "Wer erwischt wird, bekommt Ärger." In einem der oberen Geschosse des Bauhofes ist das Lager. "Stopp-Schilder sind mit 142 Euro die teuersten, wegen des Materials", erklärt Straßenwärtermeister Holger Fydrich.

Brennpunkte

Die Brennpunkte für Schilder-Vandalismus kennt Fydrich genau: "Wir sind oft am Bahnhof und an der Holtwicker Straße in Höhe des Schulzentrums im Einsatz." Nach dem Wochenende ist immer viel zu tun. "In der dunklen Jahrezeit wird mehr umgefahren", weiß Pieper und macht sich mit dem orangefarbenen Kleinlaster wieder auf den Weg.  

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