Das 210 Hektar große Wasag-Gelände soll zukunftsorientiert entwickelt werden. © Hans Blossey
Campus für die Umwelt

Auf dem Halterner Wasag-Gelände lehren, forschen und Umwelt erleben

Der Kreis hat große Pläne für das Wasag-Gelände in Sythen, das Thema Umwelt spielt dabei eine starke Rolle. Auch die Halterner Stadtwerke steigen mit ins Boot.

Der Kreis Recklinghausen hat das knapp 210 Hektar große Wasag-Gelände in Sythen für den symbolischen Preis von einem Euro von der Sythengrund Wasagchemie Grundstücksverwertungsgesellschaft gekauft und zum 1. Juni 2019 übernommen. Anschließend beauftragte er das Büro BKR Noky & Simon (Stadt- und Umweltplanung, Aachen) mit einer Rahmenplanung. Erste Ergebnisse stellte Baudezernent Siegfried Schweigmann im Stadtentwicklungsausschuss vor.

Priorität haben zentrale Einrichtungen der Umweltbildung. Dazu gehören Tagungs- und Hörsaalzentrum, eine Biologische Station, Übernachtungsmöglichkeiten, Gastronomie- und Mobilitätsstationen. Denn auf dem Wasag-Gelände werden sich die Menschen in Zukunft hauptsächlich umweltfreundlich zu Fuß oder mit dem Rad bewegen.

Themenpavillons, Werkstätten und Erlebnisräume

Auf einem Campus sollen umweltaffine Betriebe und Themen-Labors angesiedelt werden, außerdem Büroräume für Forschung und Entwicklung. Bauflächen mit Themen-Pavillons, Erlebnisräume, Werkstätten sowie Ausstellungs- und Ausbildungsräume werden darüber hinaus Platz finden.

Im Vordergrund stehen die Erzeugung, Speicherung und Nutzen regenerativer Energieformen durch grünen Wasserstoff. Hier wollen auch die Stadtwerke Haltern Teil des Konzeptes sein. Angedacht ist eine Wasserstoff-Siedlung: Über Wasserstoff soll die nicht genutzte Produktion erneuerbarer Energie von Windrädern sowie Photovoltaikanlagen im Umfeld gespeichert und für die Nutzung auf dem Gelände und im Umfeld (Quarzwerke) genutzt werden.

Die Stadtwerke untersuchen derzeit ein solches Potenzial in Zusammenarbeit mit der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen/Bocholt/Recklinghausen sowie den Quarzwerken und der Gelsenwasser AG.

Grüner Wasserstoff für Strom und Wärme

Sogenannter grüner Wasserstoff ist zu 100 Prozent emissionsfrei und wird durch Wasserelektrolyse unter Nutzung von erneuerbaren Energien hergestellt.

Grüner Wasserstoff ist die klimafreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen. Wasserstoff kann als Brennstoff, zur Erzeugung von Strom und Wärme sowie als Rohstoff in industriellen Prozessen und Produkten verwendet werden.

Bekanntlich strebt der Kreis eine Vorreiterrolle an. „Wasserstoff als Energieträger ist ein wichtiger Baustein einer klimaneutralen Mobilität und hat das starke Potenzial, neue Wertschöpfung in unsere Region zu bringen“, sagt dazu Landrat Bodo Klimpel.

Doch auch Ballast bleibt. Eine acht Hektar große Fläche ist auf Jahre der Grundwasseraufbereitung und Geländesanierung vorbehalten. Denkbar wären für die Planer auf die Dauer dort Testflächen für klima-resiliente Pflanzen, für Zukunftsbäume oder auch für Baustoffrecycling.

„Ohne Haltern ist keine Entwicklung vorstellbar“

„Haltern ist dann nicht nur die grüne Lunge des Reviers, sondern auch das grüne Hirn“, kommentierte Christian Kiski (FDP) etwas vorwitzig die Pläne, die er und alle Parteien sehr begrüßten. Bürgermeister Andreas Stegemann bremste vorzeitige Euphorie: Der Plan sei aktuell nicht mehr als eine Skizze.

Er versicherte aber, dass ohne Beteiligung der Stadt Haltern eine Entwicklung auf dem Wasag-Gelände nicht vorstellbar sei. Sobald es die Möglichkeit dazu gibt, wird der Stadtentwicklungsausschuss das Areal, das so viel Zukunft bietet, besichtigen.

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Elisabeth Schrief

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