Auf dem Weg zum Naturerbe

Zukunft der Borkenberge

Die ehemaligen Truppenübungsgelände in den Borkenbergen und in Lavesum werden der DBU Naturerbe GmbH als Flächen zum Erhalt des "Nationalen Naturerbes" angeboten. Das beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestags Mitte Januar. Schon in Kürze sollen erste Bereisungen der Flächen vorgenommen werden. Teile des Geländes könnten auch für Wanderer und Spaziergänger zugänglich gemacht werden.

HALTERN

, 28.01.2016, 16:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf dem Weg zum Naturerbe

Luftaufnahme der Borkenberge als Teilfläche des Truppenübungsplatzes Haltern: Auch diese Fläche soll die Stiftung übernehmen. Martin Groß

Das teilt Katja Behrendt (Foto), Pressesprecherin der gemeinnützigen GmbH, mit. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und befasst sich mit der Sicherung von ehemals militärisch genutzten Flächen, die eine besondere Bedeutung für den Naturschutz haben.

"Uns sind jetzt 23 solcher Flächen bundesweit angeboten worden", sagt Katja Behrendt. "Ob die Halterner Flächen letztlich von uns übernommen werden, steht noch nicht fest. Das werden die Bereisungen zeigen, an denen Vertreter der Oberen Landschaftsbehörde und des Bundesforstbetriebes teilnehmen, der zurzeit die Verwaltung des Geländes übernommen haben. Die Bereisungen wollen wir möglichst zeitnah durchführen."

Munitionsgutachten

In einem ersten Schritt muss ein Munitionsgutachten erstellt werden, das die Belastung des ehemaligen Schießgeländes dokumentiert. Davon hängen letztlich auch die Kosten für eine eventuell notwendige Sanierung ab. "Nur wenn sich für uns eine sinnvolle Kostenkalkulation ergibt, werden wir die Flächen übernehmen", so Katja Behrend.

Sollte sich die DBU Naturerbe GmbH dazu entschließen, würden gemeinsam mit den Behörden Leitlinien erarbeitet, wie das Gebiet entwickelt werden kann. Im Anschluss entscheidet dann das DBU-Stiftungskuratorium, welche Flächen die Stiftungstochter übernimmt.

"Diese erarbeiteten Leitlinien sind für uns dann vertragbindend", sagt Katja Behrendt. "An erster Stelle steht dabei der Naturschutz, er hat absolute Priorität. Der zweite Aspekt, den wir berücksichtigen müssen, ist die Sicherheit."

Begehungsmöglichkeiten

Die gemeinnützige GmbH erfüllt aber auch einen Bildungsauftrag. "Wo es möglich ist, ohne schützenswerte Naturräume zu gefährden, würden wir auch für Begehungsmöglichkeiten des Geländes sorgen. Naturschutz sollte natürlich für die Menschen auch erlebbar sein."

Auf welche Weise dies geschehen kann, wird die DBU-Naturerbe GmbH dann mit Behörden und Verbänden vor Ort, also auch in Haltern, abstimmen.

- Die Bundesregierung will die im Eigentum des Bundes befindlichen hochwertigen Naturschutzflächen langfristig für den Naturschutz sichern.
- Dazu sollen Flächen in einer Größenordnung von bis zu 125  000 Hektar in eine Bundesstiftung, vorzugsweise die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), eingebracht werden.
- Deren gemeinnütziger Tochtergesellschaft DBU-Naturerbe GmbH sollen die ehemaligen Militärflächen in den Borkenbergen (1 783ha) und in Lavesum (390 ha) übertragen werden.
- In den militärisch genutzten Flächen sind oft kleinräumige vielfältige Lebensräume entstanden, die eine besondere Bedeutung für den Naturschutz haben. Hier sollen seltene Arten durch Pflege bewahrt und etwa fünf Prozent der Wälder ohne menschlichen Eingriff ihrer natürlichen Entwicklung überlassen werden.
- Die DBU-Tochter soll einen Beitrag dazu leisten, Ziele einer „Nationalen Strategie für biologische Vielfalt“ umzusetzen.

 

 

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