Auf der Reitanlage Hohe Mark liegt der Fokus auf einer pferdegerechten Schulung

mlzWir stellen die Reiterhöfe vor

2007 entstand auf der Reitanlage Hohe Mark der Lavesumer Pferdesportverein. Im dritten Teil unserer Serie stellen wir beide vor.

Lavesum

, 28.03.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die idyllisch gelegene Reitanlage Hohe Mark in Lavesum wird seit 2003 vom Ehepaar Gabriele und Dieter Pothen bewirtschaftet. Hier entstand auch die Keimzelle, die zur Gründung des Lavesumer Pferdesportvereins im Jahr 2007 führte. Auf der Gründungsversammlung im Halterner „Tannhäuschen“ wählten damals rund 20 Reiter Jörg Lewe zum Vorsitzenden, der das Amt bis heute inne hat.

Das zehnjährige Vereinsbestehen wurde mit einem großen Festreitertag auf dem Hof Budde gefeiert. Große stallübergreifende Ausritte führten bis zu 20 Reiter und mehrere Kutschen ganztägig durch die Hohe Mark. Die Mitglieder des Vereins haben ihre Pferde in verschiedenen Ställen stehen und bilden somit keine der sonst üblichen Hofgemeinschaften.

Mitglieder aus allen Altersgruppen

Der Verein hat keine eigenen Verpflichtungen, wie zum Beispiel Schulpferdebetrieb, Reitausbildung oder Anlagenpflege. „Wir haben aktuell 64 Mitglieder mit einer gesunden Altersstruktur von einstellig bis 60 Jahre“, sagt Jörg Lewe. Gemeinsam organisierte Fahrten zu reiterlichen Großereignissen wie zum CHIO in Aachen fördern das Vereinsleben. Besonders stolz ist der Verein aktuell auf Malin Schmorleiz. „Sie ist eine unserer jüngsten Schleifensammlerinnen“, erzählt der Vorsitzende.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Wir erklären die Reitanlage Hohe Mark

Wir stellen den Reiterhof Hohe Mark. Klicken Sie sich durch die Fotostrecke.
28.03.2019
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Die Stallungen© Horst Lehr
Die Stallungen© Horst Lehr
Gabriele Pothen mit zwei Pferden auf ihrer Anlage© Horst Lehr
Die Reithalle von außen© Horst Lehr
Die Boxenanlage in der Reithalle© Horst Lehr
Das Futterlager© Horst Lehr
Der Hof© Horst Lehr
Die Reithalle von innen© Horst Lehr
Die Stallungen© Horst Lehr
Die Stallungen© Horst Lehr

Auf dem Hof stehen momentan rund 50 Pferde, in luftigen Paddocks, geschützten Gebäudestallungen mit Fenster, und auch in direkt in die große Reithalle integrierten Ställen. Etwa zehn Hektar nutzbare Weideflächen bieten den Pferden genügend Auslauf. Dem ambitionierten Sportreiter werden auf der Anlage einige Einrichtungen geboten: Eine Reithalle (20 x 40 Meter), ein mit Stremmer Sand belegtes Außenviereck (20 x 60 Meter), eine Führanlage und eine Sattelkammer mit integriertem Stübchen bieten den Reitern ideale Bedingungen. Das Reitwegenetz der Hohen Mark ist vom Hof aus direkt erreichbar.

Erste Erfolge bei Fohlenschauen

Dieter Pothen ist Pferdewirtschaftsmeister mit den Schwerpunkten Reiten und Zucht. Früher als erfolgreicher Sportreiter im Springen bis Klasse M und Dressur bis zur Klasse S unterwegs, ist er mittlerweile schon lange auch offizieller Zuchtrichter der Reiterlichen Vereinigung (FN) und bis zu zehn Mal pro Jahr auch international bei Hengst- und Stutenschauen im Einsatz.

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Schon relativ früh entwickelte sich im Betrieb der Zuchtgedanke. Man konzentrierte sich auf die Trakehnerzucht, die neben den Vollblütern die einzige Pferderasse mit einem geschlossenen „Stutbuch“ bilden. Ein Einkreuzen von Fremdblut außer Arabern und englischen Vollblütern ist nicht erlaubt.

Pothen konnte mit seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz schnell einige geeignete Zuchtstuten ausmachen, und schon bald zeigten sich erste Erfolge bei den auf dem Hof durchgeführten Fohlenschauen, zu denen auch Teilnehmer aus dem Oldenburger und Trakehner Zuchtverband kamen. Jährlinge und Zweijährige wurden in der Aufzucht weiterentwickelt und erfolgreich zu Hengstkörungen und Stutenschauen gemeldet.

„Emma Peel“ ist der bislang größte Zuchterfolg

Dieter Pothen legt dabei hohe Maßstäbe an die Entwicklung der Pferde „Nur mit einer strengen Selektion sind weitere Zuchterfolge möglich“, erklärt er.

So freute er sich schon zweimal über die Zuchtzulassung der zweijährigen Hengste und auch gemeldete Stuten bekamen die wichtige Eintragung, um dann über die Leistungsprüfung in den Kreis der Prämienstuten aufzusteigen. Als größten Zuchterfolg am Hof nennt Pothen die Trakehnerstute „Emma Peel“ . Sie wurde 2014 bei der Trakehner Bundesstutenschau im Haupt- und Landgestüt Neustadt an der Dosse als Jahresstutensiegerin ausgezeichnet.

In der Zucht liegen aber Erfolge und Rückschläge dicht zusammen. Der „große Wurf“ gelingt wirklich nur in den seltensten Fällen. „Rückschläge sind die Herausforderungen, es beim nächsten Mal besser zu machen“, sagt Dieter Pothen.

Neben der Zucht ist der Unterricht und Beritt ein zweites wichtiges Standbein im betrieblichen Hofablauf. Pothen schult dabei die Klassische Reitausbildung von Pferd und Reiter für Springen und Dressur.

Dieter und Gabriele Pothen betreiben den Reiterhof Hohe Mark seit 2003.

Dieter und Gabriele Pothen betreiben den Reiterhof Hohe Mark seit 2003. © Horst Lehr

Er legt besonders viel Wert auf eine pferdegerechte Schulung. Dabei liegt ihm die Dressur mit den Bereichen Vielseitigkeit, Takt, Losgelassenheit, Schwung, Geraderichtung und Versammlung besonders am Herzen. In der Pferdeausbildung ist das Anreiten ein prägender Einschnitt in der Entwicklung. Pothen geht in dieser Phase sehr sorgfältig und behutsam vor „Man muss bei dem Pferd zuerst ein gewisses Verständnis für die Sache entwickeln. Mit Gewalt geht gar nichts, aber mit Vertrauen ist alles möglich“, erklärt der Pferdewirtschaftsmeister.

„Die Ausbildung der Pferde und Reiter zum sportlichen Erfolg war schon immer mein Ziel“, sagt Pothen. „Wir haben uns hier auf dem Hof einen Lebenstraum erfüllt.“

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