Aus Haltern zurück nach Ecuador: José Palmas Rückkehr verzögert sich

mlzRotary Club Haltern

José Palma aus Ecuador war ein Jahr lang Gast des Rotary Clubs. Er hat das Gymnasium besucht, beim ETuS Fußball gespielt und Städte entdeckt. Nun verzögert sich wegen Corona die Rückkehr.

Haltern

, 20.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In jedem Jahr bieten die Rotary Clubs annähernd 1000 Schülern aus Deutschland die Möglichkeit, ein Jahr oder einige Wochen im Ausland zu verbringen. Im Gegenzug lernen über Rotary Schüler aus dem Ausland das Leben in Deutschland kennen. So wie José Palma aus Ecuador.

Der Jugendliche kam am 25. August 2019 nach Haltern am See - mit nur rudimentären Sprachkenntnissen, aber großer Neugier auf Land und Leute. Gasteltern waren die Familien Tekath, Bäther und Bärtels. Josés Zeit ist um, aber der 17-Jährige kann nicht wie geplant am 24. Juni zurück zu seinen Eltern und seiner Schwester. Wegen der Corona-Pandemie war es nicht möglich, ein Flugticket zu buchen.

Die Ecuadorianer haben unter Corona sehr gelitten

Der Flughafen nahe seiner 300.000 Einwohner zählenden Heimatstadt Portoviejo ist bislang lediglich für Inlandflüge freigegeben. José weiß auch: Selbst wenn er jetzt fliegen würde, müsste er für zwei Wochen in Quarantäne - und zwar in einem Hotel unter strenger Bewachung der Polizei.

Ecuador hat unter Corona sehr gelitten. Extrem strenge Beschränkungen erlauben es den Menschen derzeit ausschließlich vormittags für wenige Stunden und nur für dringlichste Angelegenheiten das Haus zu verlassen. Das Kennzeichen auf den Nummernschildern regelt, wer wann mit dem Auto unterwegs sein darf. Aber José ist glücklich: Niemand aus seiner Familie ist krank geworden.

Rotarier Henning Henke ist im Halterner Club für das Austauschprogramm verantwortlich. Er hat José ins Herz geschlossen.

Rotarier Henning Henke ist im Halterner Club für das Austauschprogramm verantwortlich. Er hat José ins Herz geschlossen. © Elisabeth Schrief

Im Vergleich zu Ecuador empfand José die Einschränkungen in Deutschland als sehr moderat. „Wir konnten wenigstens nach draußen“, sagt er. Vermisst hat der Jugendliche die Treffen mit anderen Austausch-Schülern aber trotzdem. Doch einfach abhängen konnte er nicht.

Als hier das Joseph-König-Gymnasium geschlossen blieb, folgte José täglich von 15 bis 18.15 Uhr online dem Unterricht in seiner Heimat. Seine Internetverbindung im fernen Deutschland war immer besser als die seiner Schulkollegen in Ecuador.

José schwärmt von schönen deutschen Städten

Der 17-Jährige hat viel erlebt während seines Aufenthaltes und lecker gegessen - am liebsten Currywurst. Er hat etliche deutsche Städte besucht, wobei er Oberammergau, München und Berlin besonders schön fand, er war in Paris, dank eines Schoko-Tickets auch in der näheren Umgebung. Und er stand regelmäßig auf dem Fußballplatz des ETuS Haltern. Tolle Freundschaften habe er geschlossen, sagt er, der seine Freizeit mit Halterner Jugendlichen, aber auch mit Austausch-Schülern aus anderen Nationen verbracht hat.

Inzwischen weiß er, wann er nach Hause fliegt: am 6. Juli. Aber er weiß auch: Er kommt wieder nach Haltern. „Die Menschen hier sind so herzlich und freundlich.“

Bewerbungen für 2021 sind jetzt möglich

Henning Henke ist Der Ansprechpartner

Der Rotary Club Haltern bietet regelmäßig die Teilnahme am Austauschprogramm an. Der Schwerpunkt liegt auf der Kulturerfahrung. In diesem Jahr wollten sechs Halterner Schülerinnen und Schüler ins Ausland - entweder für ein Jahr oder für vier bis sechs Wochen. Wegen Corona hängen sie in der Warteschleife. Das neue Bewerbungsverfahren für 2021 beginnt nun. Wer Interesse hat, kann sich bei Henning Henke (E-Mail: henninghenke@gmx.de) melden. Teilnehmen können schulpflichtige Jugendliche (Mädchen und Jungen) zwischen 15 und 17 Jahren in der Regel im Anschluss an die 9. oder 10. Klasse. Anforderungen an die Bewerber sind unter anderem Anpassungsfähigkeit, Aufgeschlossenheit und Selbstständigkeit.
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