Ausfall von Mutter-Kind-Kuren: Caritas unterstützt junge Familien

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Mutter-Kind- sowie Vater-Kind-Kuren werden wegen Corona abgesagt. Das führt zu Problemen bei Betroffenen. Der Caritasverband will den Müttern und Vätern helfen und bietet Unterstützung.

von Ina Fischer

Haltern

, 21.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ist der Supergau: Eine junge Mama, am Ende ihrer Kräfte, bekommt eine Mutter-Kind-Kur bewilligt. Endlich ist es soweit, das Gepäck ist bereits vorab verschickt, da kommt die Schreckensnachricht - am Freitag, den 13. Den 13. März 2020, um genau zu sein: Corona-Krise! Der radikale Lockdown ist beschlossen. Die Kur ist abgesagt.

Fälle wie diesen erleben die drei Kurberaterinnen des Caritasverbandes Ostvest momentan häufig. Natürlich steht auch der Alltag der Kurhäuser, die Mutter-Kind- sowie Vater-Kind-Kuren anbieten, gerade Kopf.

Müssen Betroffene wiederholt Wartezeiten in Kauf nehmen?

Nach der Fusion der Caritasverbände Waltrop und Oer-Erkenschwick sowie Datteln ist Silke Petersen weiter für den Bereich Haltern am See zuständig. Derzeit wird sie oft gefragt, welche Möglichkeiten Betroffene jetzt haben. Müssen sie wiederholt Wartezeiten in Kauf nehmen, womöglich die Kur neu beantragen, da die Bewilligung durch die Krankenkassen in der Regel nur sechs Monate gültig ist?

„Nein“, sagt Petersen, „die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen erleben wir momentan als sehr großzügig. Statt der sonst üblichen sechs Monate gilt die Kurbewilligung derzeit bei vielen jetzt mindestens neun Monate, bei der Knappschaft sogar ein ganzes Jahr lang.“

Kurhäuser behandeln Corona-Absagen vorrangig

Zudem versuchten die Kurhäuser, diejenigen, die die Kur Corona-bedingt aussetzen mussten, vorrangig zu behandeln. Allerdings ohne bestehende Kurgänge zu verändern.

Schließlich hängen hinter den vergebenen Terminen viele organisatorische Dinge, etwa, wenn der Arbeitgeber sich um eine Vertretung kümmern und die Anreise organisiert werden müsse. „Das zöge einen Rattenschwanz nach sich, wenn man diese Termine nun verschieben würde“, sagt Silke Petersen.

Entstehende Lücken anders füllen

Allerdings gäbe es Mütter und Väter, die ihre Kur, selbst wenn sie demnächst wieder möglich sein sollte, nicht antreten möchten. Sei es, weil sie zum gefährdeten Personenkreis zählen oder weil noch unklar ist, wie mit welchen Regeln künftige Kuren durchgeführt werden können und Betroffene sich dieser Situation nicht aussetzen möchten. Die so entstehenden Lücken könnten dann diejenigen füllen, deren Kurgang wegen Covid-19 zuvor abgesagt wurde.

Trotzdem: Mitunter sei das eine lange Wartezeit, die so manches Mal kaum zumutbar sei: „Die Erschöpfungssymptome haben die Eltern jetzt, nicht erst in neun Monaten.“

Vorsorge im Sommer

Wie kann der Caritasverband da helfen? „Eine Idee ist, dass wir die Nachsorge, die sonst immer im September in kleinen Gruppen mit separater Kinderbetreuung stattfindet, für diejenigen, deren Kur jetzt abgesagt wurde, in eine Vorsorge im Sommer umwandeln mit Austausch, Entspannung, Stressbewältigung, Alltagsorganisation und dergleichen. Das wird derzeit aber noch geprüft, weil wir uns auch hier an die gültigen Versammlungsgebote halten müssen“, so Petersen.

Aktuell stehe man zusätzlich mit einer recht neuen Onlineberatung zur Verfügung. Generell rät Silke Petersen dabei allen, die eine Kur planen: „Warten Sie nicht. Stellen Sie den Antrag jetzt.“

Eine Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Kur darf im Normalfall alle vier Jahre angetreten werden. Petersen empfiehlt aber, den Antrag unbedingt schon vor Ablauf der Frist zu stellen, da das Datum des Kurantritts und nicht der Antrageinreichung maßgeblich für die Krankenkassen sei.

Info und Kontakt

Möglich sei es sicher auch, die durch die Corona-Krise häufig entstandene höhere Belastung von Eltern frühzeitig geltend zu machen. Bei Ablehnung helfe der Caritasverband, Widerspruch einzulegen.

Info und Kontakt: Silke Petersen, Caritas Centrum Haltern am See Franziskushaus, Sixtusstr. 39, 45721 Haltern am See, Tel. (02364) 10 90 11, E-Mail: s.petersen@caritas-dattelnhaltern.de

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