Die Ausstellung ist vom Hof des Paul-Gerhardt-Hauses aus zu sehen. © Privat
Drei Religionen

Ausstellung informiert über Christentum, Judentum und Islam

Am Paul-Gerhardt-Haus der evangelischen Gemeinde ist eine spannende Ausstellung zu sehen: Sie zeigt, wie man Grundkenntnisse über die drei Abrahamitischen Weltreligionen vermitteln kann.

Was machen Muslime im Ramadan? Warum tragen Juden eine Kippa? Was bedeutet Christen das Weihnachtsfest? Grundinformationen zu den drei großen Weltreligionen vermittelt in Marl eine Einrichtung, die sich an Kinder, Jugendliche und auch an Erwachsene wendet: das Abrahamshaus. Eine Ausstellung im Paul-Gerhardt-Haus dokumentiert jetzt seine Arbeit.

Drei Religionen – drei Räume

Das Abrahamshaus befindet sich in einer Wohnung an der Karl-Liebknecht-Straße in Marl. Dort gibt es drei Räume. „Jeder ist anschaulich nach den drei Religionen eingerichtet und vermittelt so einen Eindruck von religiösen Bräuchen, aber auch vom Alltagsleben der Angehörigen der jeweiligen Religion“, sagt Jens Flachmeier. „Ehrenamtliche Mitarbeiter laden dort zu Workshops ein, auch mit praktischen Arbeiten zur Veranschaulichung der Kulturen und Gebräuche. So können beispielsweise Kerzen gezogen oder kleine Gebetsteppiche selbst gewebt werden.“

Im Abrahamshaus in Marl informieren ehrenamtliche Mitarbeiter über die drei Weltreligionen.
Im Abrahamshaus in Marl informieren ehrenamtliche Mitarbeiter über die drei Weltreligionen. © privat © privat

Flachmeier arbeitet unter anderem für die Integrationsagentur Marl in Trägerschaft des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Recklinghausen und hat in Haltern die Ausstellung mit Unterstützung von Klaus Tykwer vom Presbyterium der evangelischen Gemeinde kuratiert und zusammengestellt.

Wegen der Corona-Pandemie sind die Schautafeln und Ausstellungsgegenstände aus dem Abrahamshaus aber nicht in den Innenräumen des Paul-Gerhardt-Hauses aufgestellt, sondern von Außen durch die Fenster zu sehen.

„Denkanstöße werden im Vorbeigehen gesetzt und laden ein, sich über QR Codes mehr Informationen in Form von Videointerviews mit Zeitzeugen auf dem eigenen Smartphone mit nach Hause zu nehmen. Die Ausstellung ist bis Mitte April zu sehen, per E-Mail und Telefon werden gerne Fragen und Ideen besprochen, so wird die Ausstellung interaktiv“, informiert Klaus Tykwer.

Der Inhalt der Ausstellung baut auf Verständigung und Verstehen der großen Weltreligionen. Damit soll auch ein Zeichen des Erinnerns und Gedenkens an die Verbrechen der NS-Zeit und gegen Fremdenhass und Gewalt gesetzt werden.

Niederschwelliges Angebot für Kinder und Erwachsene

„Das Abrahamshaus in Marl bietet ein niederschwelliges Angebot sowohl für Kinder als auch für Erwachsene“, so Jens Flachmeier. „Die Ausstellung hat der Kirchenkreis 2007 erworben und dauerhaft in Marl installiert. Jetzt geht sie aber auch auf Reisen, da die Räume in Marl wegen Corona nicht in gewohnter Weise genutzt werden können“.

In Marl gibt es seit vielen Jahren das Abrahamsfest, in dem bei vielen Aktionen und Veranstaltungen Angehörige der drei großen Religionen zusammenkommen. Sie alle sehen Abraham als den gemeinsamen Stammvater ihrer drei Religionen.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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