Automaten-Sprengung in Sythen: Jetzt äußert sich das LKA zu der Explosion in der Sparkasse

mlzEK „Heat“

Das Einsatzkommando „Heat“ beim LKA NRW ist Geldautomaten-Sprengern seit Jahren auf der Spur. Wir haben mit den Beamten zu der Automaten-Sprengung in Syhten gesprochen.

Sythen

, 18.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am frühen Morgen des 13. Dezember haben unbekannte Täter in Sythen einen Geldautomaten in der Sparkasse gesprengt und ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Die Einfahrt lag voller Geldscheine, in der Holzwand des Vorraums steckten Metallsplitter des explodierten Automaten. Die Fensterverkleidung des Foyers lag in Scherben, die bis auf den Hellweg flogen.

Erst am heutigen Mittwoch hatten wieder Unbekannte einen Geldautomaten in Velbert im Kreis Mettmann gesprengt und sind dann mit ihrer Beute auf einem Motorrad geflüchtet.

Nun hat sich auch das LKA zu dem Fall in Sythen geäußert. Das dort angesiedelte Einsatzkommando (EK) „Heat“ beschäftigt sich seit dem Jahr 2015 mit der Frage, wie die Geldautomaten-Sprenger arbeiten. Wegen stark steigender Fallzahlen in diesem Phänomen-Bereich, so Andre Faßbender, Pressesprecher beim LKA NRW, sei das EK vor vier Jahren gegründet worden. Diese Art von Gassprengung von Automaten in Deutschland geht laut LKA allerdings schon bis ins Jahr 2005 zurück.

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Seitdem habe es durch das EK Heat zahlreiche Festnahmen und Verurteilungen vor verschiedenen Landgerichten in Düsseldorf, Dortmund, Essen, Köln und Aachen gegeben, so Faßbender.

Sieben Tatverdächtige werden in Kürze angeklagt

Zuletzt waren im April 2019 in Heiligenhaus im Norden des Kreises Mettmann vier Personen auf frischer Tat festgenommen worden. Im Nachgang konnte die Polizei noch drei weitere Personen derselben Tätergruppe im Oktober 2019 in der niederländischen Stadt Utrecht stellen. „Die sieben Tatverdächtigen werden in Kürze durch die Staatsanwaltschaft Düsseldorf vor dem LG Düsseldorf wegen einer Serie von GAA-Sprengungen [Geldautomaten-Sprengung, Anm. d. Red.] in NRW angeklagt“, so Faßbender.

Zum Vorgehen der Banden hielt sich das LKA allerdings bedeckt: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir hier keine Erklärungen geben möchten, wie die Masche abläuft, um keine Tatanreize zu schaffen. Die Taten sind meist sehr geplant und professionell“, so Faßbender.

Dem Landeskriminalamt (LKA) NRW in Düsseldorf ist der Fall aus Sythen bekannt. Was an dem Vorfall in Sythen für die Ermittler allerdings untypisch ist, ist das Fluchtauto.

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Die unbekannten Täter hatten in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember einen Ford und Nummernschilder aus einem Autohaus in Reken gestohlen, um damit kurze Zeit später zur Automaten-Sprengung nach Sythen zu fahren. Geklaute Autos passten nicht in das gängige, bekannte Profil der Banden. „Die Tatfahrzeuge werden für die Tatausführung bereitgestellt bzw. vorgehalten. Lediglich die Kennzeichen werden im Tatortbereich entwendet und an das Tatfahrzeug montiert“, so Faßbender.

Aber steckt auch in Sythen eine Bande hinter der Sprengung? „Die Ermittlungen hierzu dauern noch an“, antwortete Andre Faßbender vom LKA. Auch die Polizei in Recklinghausen ließ am Mittwochmorgen wissen, dass es noch keine weiteren Erkenntnisse in dem Fall aus Sythen gebe.

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