Baggerloch Flaesheim: Seltene Tier- und Pflanzenarten entdeckt

mlzLWL-Buch

Ein Gebiet von 113 Hektar, 23 Naturliebhaber, sechs Jahre ehrenamtliche Forschung und eine Frage: Was lebt alles in einer Sandabgrabung? Nun gibt es dazu erstaunliche Erkenntnisse aus Flaesheim.

Flaesheim

, 05.02.2021, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aus der Antwort zu dieser Frage ist eine Gebietsmonographie vom LWL-Museum für Naturkunde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) entstanden. In dem 720 Seiten starken Buch wird erstmals, und in dieser Form einmalig in Deutschland, das verborgene Leben im Sand präsentiert. Die Untersuchungen dazu haben am Baggerloch in Flaesheim stattgefunden.

Die Grüneule gehört zur Familie der Eulenfalter.

Die zur Familie der Eulenfalter gehörige Grüneule zählt zu den Leitarten der offenen bis verheideten Binnendünen sowie Sandtrockenrasen (z. B. Silbergrasfluren) und ist aufgrund massiver Lebensraumverluste in den letzten Jahrzehnten und daraus resultierender Bestandsrückgänge in Nordrhein-Westfalen als “stark gefährdet” eingestuft worden. Historische Meldungen liegen auch von den ehemaligen Truppenübungsplätzen Haltern-Lavesum und -Borkenberge vor. © Hans-Joachim Weigt

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Der Silberfleck-Ahlenläufer (Bembidion argenteolum) gehört zur Käferfamilie der Laufkäfer und besiedelt bevorzugt vegetationsarme Ufer auf Sanduntergrund.

Der Silberfleck-Ahlenläufer gehört zur Käferfamilie der Laufkäfer und besiedelt bevorzugt vegetationsarme Ufer auf Sanduntergrund. Das hier abgebildete Tier stammt aus der Sandabgrabung bei Haltern-Flaesheim und wurde am 09.07.2017 dort beobachtet. Die in Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Roten Liste als „stark gefährdet“ eingestufte Art war aus Westfalen bis in die 2000er-Jahre gar nicht bekannt. © Dr. Christoph Benisch

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Die in Nordrhein-Westfalen stark gefährdete Zauneidechse findet im im Halterner Raum wichtige Rückzugsräume in den Sandabgrabungen.

Die in Nordrhein-Westfalen stark gefährdete Zauneidechse findet im im Halterner Raum wichtige Rückzugsräume in den Sandabgrabungen und auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen. Hier findet sie die von ihr bevorzugten wärmebegünstigten Lebensräume mit offenen Sandbereichen zur Eiablage. Bei diesem Exemplar handelt es sich um ein Weibchen. © Matthias Olthoff

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Beim Flussregenpfeifer handelt es sich um einen typischen Brutvogel bewuchsarmer Sand-, Kies- und Schotterflächen, wie sie an naturnahen Flüssen vorkommen. Da solche natürlichen Lebensräume heute kaum noch zu finden sind, besiedelt er aktuell vor allem vergleichbare Biotope in Abgrabungen oder auf vegetationsarmen Brachflächen. Aufgrund der Seltenheit geeigneter Brutstandorte wird der Flussregenpfeifer in Nordrhein-Westfalen als stark gefährdet eingestuft. © Axel Müller

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Der Englische Ginster ist eine charakteristische Art nährstoffarmer Heiden.

Der Englische Ginster ist eine charakteristische Art nährstoffarmer Heiden. Aufgrund des Rückgangs von Heideflächen sowie Nährstoffanreicherungen in der Landschaft über die Luft und durch Düngung ist die Art selten geworden. Entsprechend wird sie sowohl in der Roten Liste Nordrhein-Westfalens als auch Deutschlands als gefährdet eingestuft. © Thomas Prolingheuer

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Zur Flora und Fauna einer Sandabgrabung bei Haltern-Flaesheim (Kreis Recklinghausen, NRW), Band 94, Abhandlungen, LWL-Museum für Naturkunde, Karsten Hannig (Hrsg.) 720 Seiten, ISBN 987-3-940726-67-4, ISSN 0175-3495, Preis 24,90 Euro zzgl. Paketporto. Bezugsmöglichkeit: LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Str. 285, 48161 Münster, servicebuero.naturkundemuseum@lwl.org

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