Bahnhofs-Klo ist ein öffentliches Ärgernis

Mangelnde Sauberkeit

Wenn die Blase drückt, sind Halterns öffentliche Toiletten für viele die letzte Rettung. Offiziell gibt es in der Seestadt zwei: an der Kirchstraße und am Bahnhof. Die eine ist in fast tadellosem Zustand, bei der anderen gibt es fast täglich Probleme.

Haltern

, 26.09.2014, 14:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Übeler Geruch, keine Seife, kein Papier: Die Toilette am Bahnhof macht nichts als Ärger.

Übeler Geruch, keine Seife, kein Papier: Die Toilette am Bahnhof macht nichts als Ärger.

Während die kostenpflichtige Anlage in Halterns Innenstadt (50 Cent pro Nutzung, 24 Stunden am Tag) von der Stadt betrieben wird, wird das Bahnhofs-WC von der Halterner Caritas beaufsichtigt und gereinigt. Der städtische Bauhof erledigt lediglich anfallende Reparaturen. Dafür zahlt die Stadt rund 2000 Euro im Jahr.

Viel höher dürften jedoch die Kosten für die täglichen Hinterlassenschaften durch einige unverschämte Nutzer sein. Michael Halberstadt, Leiter der Caritas-Jugendwerkstatt ist sauer: "Wir finden regelmäßig Fäkalien an den Wänden, vor allem auf den Männertoiletten."

Nutzungsgebühren Man habe bereits darüber nachgedacht, Nutzungsgebühren zu erheben und die Toiletten komplett auf Edelstahl-Armaturen umzurüsten, um sie besser reinigen zu können, doch dazu sei die Stadt, wohl aufgrund der Kosten, nicht bereit. Zurzeit werden die Toiletten täglich gereinigt.

Minusgeschäft Das ist auch bei der WC-Anlage an der Kirchstraße der Fall. Die Reinigung verursacht Kosten in Höhe von 12000 Euro im Jahr. Durch die Nutzungsgebühr werden diese aber nicht wieder hereingeholt. "Wir machen mit der Toilette ein Minus von 2000 bis 3000 Euro im Jahr", sagt Stadt-Pressesprecher Georg Bockey. Seit der Preiserhöhung auf 50 Cent seien die Besucherzahlen gesunken.

Kaum Klagen Weitere Kosten entstünden der Stadt selten: "Vandalismus kommt vor, jedoch in sehr geringem Maße", berichtet Bockey. Selten komme es vor, dass die Münzeinwurfanlage mit Papier verstopft sei.

In den Ämtern

Statt das Bahnhofs-WC oder die Anlage an der Kirchstraße zu nutzen, weichen viele Bürger jedoch immer öfter auf die Toiletten in den Ämtern und in den Rathäusern aus. Sie sind nicht kostenpflichtig, aber auch nicht wirklich öffentlich. "Alle Toilettenanlagen stehen eigentlich nur für Personal und Besucher zur Verfügung", so Bockey. An Einkaufssonntagen kämen von etwa 200 Besuchern im Alten Rathaus 190 nur zum WC-Besuch. Die Nutzung der Toilette durch die Öffentlichkeit wird nur geduldet, vorgesehen ist sie aber eigentlich nicht.

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