Meinung

Baustatistik könnte Anstoß für neue, effiziente Stadtausnutzung sein

In Haltern sind seit 2018 deutlich weniger Bauanträge gestellt worden. Ein Grund zur Beunruhigung ist das nicht, aber vielleicht zum Umdenken. Ein Kommentar dazu.
Die Zahl der Baugenehmigungen hat sich reduziert, aber Bauen in Haltern ist und bleibt beliebt - und teuer. © Schrief

Auch wenn sich gefühlt überall im Stadtgebiet Baukräne in den Himmel recken, sprechen die Zahlen eine andere Sprache. Die Halterner Baubehörde hat in den vergangenen zwei Jahren deutlich weniger Wohnungsbauten genehmigt als in der Zeit davor. Das ist allerdings kein Haltern spezifisches Phänomen, auch in anderen Städten der Region ging die Zahl der Anträge und Genehmigungen zurück.

Ist der große Bauboom vorüber? Mitnichten! Haltern ist und bleibt attraktiv und gerade jetzt in der Pandemie wächst der Wunsch nach selbst genutztem Wohneigentum mit angeschlossenem Garten noch mehr. Bauland in Haltern wird händeringend gesucht – doch der Grundstücksmarkt ist nahezu ausgetrocknet. Baureife Flächen sind rar und deshalb selbst dort teuer, wo es sich nur eingeschränkt attraktiv wohnen lässt.

Mit der Ausweisung einiger weiterer Baugebiete wird sich die Statistik wieder kurzfristig erholen. Doch es muss ja auch nicht unbedingt immer ein Neubau sein. Bauen auf dem Bestand, Umnutzung von Gebäuden, das Bebauen von Baulücken kann genauso gut eine Strategie für eine effiziente Stadtausnutzung sein und Bauwillige glücklich machen. Solche Potenziale auszunutzen, ermöglicht ein „Weiterbauen“ ohne Landverlust (Stichwort Klimaschutz).

Vielleicht ist die Statistik ein Gedankenanstoß dazu. Ganz sicher ist sie kein Indiz dafür, dass sich der Immobilienmarkt entspannt.

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