Begegnungsfest am Schloss brachte Menschen zusammen

Integration

Ein großes Begegnungsfest für Halterner und Flüchtlinge fand am Freitag am Schloss Sythen statt. Ein Spiel zu Beginn führte die Menschen direkt zusammen.

SYTHEN

, 20.12.2015, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Haroon Ibrahimi hat einen Zettel in der Hand mit dem Namen "Richard Gernemann". Diesen Mann soll er finden unter den rund 100 Besuchern beim Begegnungsfest im Hof des Schlosses Sythen. Und das klappt sogar (fast) ohne deutsche Sprachkenntnisse.

Haroon gehört zu den Besuchern, die sich am Freitagnachmittag zum Schlosshof aufgemacht haben. Dorthin hatte Petra Hermann eingeladen. Ihre Idee: Beim gemeinsamen Essen, Spielen und Musizieren können sich Flüchtlinge, Asylbewerber und Halterner Bürger besser kennenlernen.

Man muss sich durchfragen

Das Spiel mit den Namen funktioniert auf Anhieb: Am Eingang schreibt jeder seinen Namen auf einen Zettel. Die kommen in einen großen Topf und werden später von den Besuchern gezogen. Dann muss man sich durchfragen, um die Person zu finden, die darauf steht.

"Benutzen Sie Hände und Füße, Gesten, was auch immer", sagt Petra Hermann. Und es klappt. Haroon freut sich, dass er Richard Gernemann schnell gefunden hat. Er kommt aus Afghanistan, lebt seit drei Monaten in Haltern. "Auf der Bahnhofstraße",sagt er fast akzentfrei auf Deutsch. Er ist dabei, die Sprache zu lernen. Noch sind es nur wenige Worte, aber sie helfen schon weiter.

Weißes Tuch mit Handabdrücken

Aus Keksen basteln die Kinder Knusperhäuschen, es gibt Geschicklichkeitsspiele, die Petra Herrmann vom Forsthaus Sythen mitgebracht hat. An einem Tisch spielt Kathrin Sohn mit ausländischen Gästen ein Sprach-Memory.

Im Torbogen zum Schloss hängt ein weißes Tuch: Jeder Gast kann dort die Umrisse seiner Hand abmalen und seinen Namen hinein schreiben. Viele haben Essen fürs Büfett mitgebracht, die Kinder vergnügen sich beim Stockbrot-Backen. Die Asylbewerber sind von Helfern des Asylkreises nach Sythen gefahren worden, einige sind auch mit dem Zug oder mit Fahrrädern zum Schloss gekommen.

Im Laufe des Nachmittags haben dann auch die Ponys vom Forsthaus Sythen ihren Auftritt. Bärbel Farwick vom Förderverein des Schlosses bietet Führungen durch die Krippenausstellung an.

"Auf Wiedersehen"

Viel Sprachen, viele Nationen, Kulturen und Religionen: Das Zusammen-Feiern funktioniert auch über diese Grenzen hinweg.

"Kontakte sind wichtig, um die Menschen hinter den Flüchtlingszahlen kennenzulernen", sagt Petra Hermann. Richard Gernemann und Haroon Ibrahimi haben es geschafft. "Auf Wiedersehen", sagt der junge Mann aus Afghanistan beim Abschied. Und dass er das auf Deutsch sagen kann, macht ihn sichtlich stolz.

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