Behörde fordert Halterner Nutztier-Halter zu Schutzmaßnahmen vor dem Wolf auf

mlzVorfall in Schermbeck

Im nahen Wolfsgebiet Schermbeck sind wieder zwei Schafe gerissen worden. Nutztierhalter in Haltern werden erneut aufgefordert, ihre Nutztier-Gehege zu sichern.

Haltern

, 01.08.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) hat am Mittwoch drei weitere Wolfsnachweise im Kreis Wesel, darunter auch ein Fall im knapp 30 Kilometer von Haltern entfernten Wolfsgebiet Schermbeck bestätigt. Insgesamt wurden fünf Schafe getötet und vier weitere Schafe verletzt.

Wie ein LANUV-Sprecher gegenüber der Halterner Zeitung erklärte, seien am 26. Juni zwei Schafe in Hünxe getötet und drei weitere verletzt worden. Am 12. Juli fiel dem Wolf dort ein weiteres Schaf zum Opfer, ein zweites Schaf wurde verletzt. In Schermbeck schließlich riss das Raubtier am 14. Juli zwei Schafe. „In allen Fällen konnte ein Wolf durch die genetische Untersuchung von Speichelproben als Verursacher ermittelt werden“, führte LANUV-Sprecher Wilhelm Deitermann aus.

Versuch der Individualisierung läuft derzeit noch

Eine mögliche Individualisierung werde momentan noch durch das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen bearbeitet. Denn noch sei unklar, ob es sich bei dem Verursacher-Tier um die Wölfin mit der Kennung GW954f, genannt Gloria, handelt. Das Tier stammt aus dem niedersächsischen Schneverdingen. Experten gehen davon aus, dass Gloria in dem Gebiet um Schermbeck sesshaft geworden ist. „Für die aktuellen Fälle könnte aber auch ein durchziehender Wolf verantwortlich gewesen sein“, erklärte Deitermann weiter.

NRW-Wolfmanagement

Entschädigung für betroffene Tierhalter

In Nordrhein-Westfalen werden auf der gesamten Landesfläche Haus- und Nutztierrisse zu 100 Prozent entschädigt, bei denen der Wolf als Verursacher bestätigt oder nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen. Die aktuell betroffenen Tierhalter wurden über die Ergebnisse informiert. Sie können über die Förderrichtlinie Wolf des Umweltministeriums eine Entschädigung für die gerissenen Tiere und weitere Kosten erhalten. Die aktuelle „Förderrichtlinie Wolf“ ist Teil des nordrhein-westfälischen Wolfmanagements.

Schermbeck gilt seit dem 1. Oktober 2018 als Wolfsgebiet. Die 957 Quadratkilometer große Fläche umfasst Teile der Kreise Kleve, Wesel, Borken und Recklinghausen und der Städte Bottrop und Oberhausen sowie die Stadt Dorsten. Nach zahlreichen Schafsrissen war das Gebiet um eine gut 2800 Quadratkilometer große Pufferzone erweitert worden. Dazu zählt auch Haltern. Dadurch kann das Land NRW auf größerer Fläche Fördermaßnahmen zum Herdenschutz anbieten.

1,20 Meter hoher Zaun reichte nicht aus

Von der in NRW empfohlenen Zaunhöhe von 1,20 Meter allerdings ließ sich das Wildtier beim jüngsten Fall in Schermbeck offensichtlich nicht abhalten. Der betroffene Schäfer dort hatte seine Anlage nach einem ähnlichen Vorfall im Vorjahr aufgerüstet. Neben einem äußeren Zaun mit Wildgatterzaun, Stacheldraht und Elektrolitze sowie einem Untergrabeschutz hatte er innen einen 1,20 Meter hohen Elektrozaun und ein Wildgatter installiert. LANUV-Sprecher Deitermann

kündigte intensive Prüfungen an. Sowohl der Aufbau der Herdenschutz-Anlage als auch die Frage, ob der Wolf gelernt habe, einen an sich wolfssicheren Zaun zu überwinden, stünden jetzt im Fokus.

Dennoch fordert die Behörde Halter von Schafen, Ziegen und Gehegewild auch in den Pufferzonen dazu auf, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen zu sichern. Empfohlen werden 90 Zentimeter Mindestzaunhöhe, besser noch 120. Die Maßnahme wird zu 100 Prozent gefördert.

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