Bergbauschäden: Häuser werden abgerissen

LIPPRAMSDORF Angst, Frust, Trauer, Wut kennzeichnen seit zwei Jahren Manfred Weids Stimmung: Bergbauschäden an seinem Haus an der Parkstraße. Und niemand übernimmt die Verantwortung.

von Von Elke Rüdiger

, 10.03.2009, 18:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bergbauschäden: Häuser werden abgerissen

Bergbauschäden: Abrissbagger an der Parkstraße.

Immense Schäden dokumentiert Weid auch an seinem Haus. Doch die Deutsche Steinkohle (DSK) und RAG „ziehen sich aus der Affäre. Zwingen mich, vor Gericht zu ziehen. Ich lass mich nicht abspeisen“, zeigt er sich kämpferisch. Jeden Tag aufs Neue steigt der Ärger in ihm hoch, wird er jeden Morgen mit den Schäden aufs Neue konfrontiert. „Haarrisse, die man früher mit der Lupe suchen musste, werden breiter, ziehen sich in der Wohnung durch mehrere Zimmer.“ Im Boden wie in den Wänden. An der Außenfassade drücken sich Klinkersteine ineinander, der Abstand zwischen Hauswand und Außentreppe vergrößert sich von Stufe zu Stufe unterschiedlich.

Die „Lücke“ zwischen Hauswand und Garage nimmt erschreckende Ausmaße an. Küchenschränke hängen schief, der Küchenboden senkt sich von einer zur anderen Zimmerecke um zwei Zentimeter ab. Ihre Wohnung mussten die Untermieter im Sommer 2006 wegen Schimmelpilzverseuchung räumen. Die DSK ließ die Wohnung sanieren. „Aber fehlerhaft“, moniert Weid. Denn als ein halbes Jahr später Familie Hestermann einziehen wollte, gab es neue feuchte Wände, Wasserspuren, zu hohe Feuchtigkeit, die durch Kernbohrungen nachgewiesen worden sei. „Das Haus wird von unten weggeschoben, die äußere Abdichtung ist kaputt. Im Estrich sind breite Risse.“ Die Wohnung ist eine einzige Baustelle, sie steht seit zwei Jahren leer. Heinrich Stegemann, Nachbar und Mitglied der Bürgerinitiative für Lebensqualität und Umweltschutz, kann Manfred Weids Verzweiflung sehr gut verstehen. Gebäude und Straßen seien ge-, zer- und aufgerissen. „Unter bewohntem Gebiet darf kein Bergbau betrieben werden“, fordert er.

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