Die Betonteile des Walzenwehres werden saniert. © Jürgen Wolter
Walzenwehr

Betonteile eingerüstet: Das Halterner Walzenwehr wird saniert

Die Stahlbauteile wurden bereits 2014 saniert, jetzt sind die Betonoberflächen dran: Das Walzenwehr am Halterner Stausee wird zur Baustelle.

Die Betonwände des Walzenwehrs am Halterner Stausee sind eingerüstet worden. Dort nimmt die Gelsenwasser AG in den nächsten Wochen eine Sanierung der Oberflächen vor. Die Stahlbauteile des 1930 in Betrieb genommen Wehres waren bereit 2014 überarbeitet worden.

Nun erfolgt eine umfangreiche Oberflächensanierung der Beton- und Mauerwerksteile des massiven Wasserbauwerks. Für die Umsetzung der Arbeiten werden die Flügelwände und Gebäude eingerüstet und die direkt am Bauwerk liegenden Freiflächen zur Baustelleneinrichtung genutzt, teilt Gelsenwasser in einer Pressemitteilung mit.

Bauarbeiten dauern zehn Wochen

Die Bauarbeiten am Staubauwerk nördlich der Hullerner Straße werden etwa zehn Wochen dauern. Los geht es in Kürze, solange die Wetterlage mitspielt. Über das Wehr fließt das Wasser, das nicht für die Trinkwassergewinnung genutzt wird, aus dem Nordbecken der Talsperre in die untere Stever.

Die Errichtung des Walzenwehrs am Halterner Stausee begann laut den Bauunterlagen im Jahr 1929. Nach Fertigstellung der Wehranlage wurde die Stever aufgestaut. Von August 1930 bis Mai 1931 dauerte es, bis sich die beiden Becken der Stevertalsperre gefüllt hatten. Um den Wasserpegel im See regulieren zu können, sind die Walzen in einer Höhe von einem Meter verstellbar.

Kleine Risse im Beton

„Etwa alle 15 Jahre müssen die Betonteile des Walzenwehrs überholt werden“, sagt Matthias Lindner, der im Wasserwerk Haltern für die Wasserwirtschaft zuständig ist. „In den Seitenwänden bilden sich kleine Risse, die wieder geschlossen werden müssen, an den Türmen am Wehr selbst gibt es Abplatzungen im Putz. Auch das muss saniert werden.“

Insgesamt seien das keine gravierenden Schäden, aber die Instandsetzung sei notwendig, damit sich die Schäden nicht vergrößern können. Die Gerüste würden außerdem vollständig eingehaust, damit sich im Wasserschutzgebiet kein Sediment ablagern könne.

Umweltschonendes Verfahren

Die tonnenschweren Wehrwalzen des über 90 Jahre alten Bauwerks waren bereits 2014 umfangreich restauriert worden. Bei einer Routinekontrolle hatten seinerzeit Talsperrenwärter mehrere Korrosionsschäden festgestellt.

Wie sich bei einer Begutachtung der Schäden herausgestellt hatte, waren die Walzen nach der Installation Ende der 1920er-Jahre mit bleihaltiger Farbe gestrichen worden. In Teilen wurden auch asbesthaltige Fasern festgestellt. Zur Sanierung musste seinerzeit ein aufwendiges und umweltschonendes Verfahren eingesetzt werden.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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